Studie: Hahn kann nachts Frankfurter Cargo-Betrieb übernehmen

03.05.2010 14:33 Uhr
Flughafen Hahn
Der Flughafen Hahn müsste sechs bis acht Millionen Euro investieren, um den nächtlichen Frachtbetrieb zu ermöglichen
© Foto: ddp/Torsten Silz

Investitionen in Höhe von bis zu acht Millionen Euro geplant / Niedrige Flughafengebühren sollen Kosten für zusätzliche LKW-Transporte ausgleichen

Mainz/Frankfurt. Im Falle eines Nachtflugverbots am Frankfurter Flughafen könnte der Hunsrückflughafen Hahn den nächtlichen Frachtbetrieb einem Gutachten zufolge problemlos übernehmen. Für die Fluggesellschaften gebe es dadurch keine Mehrkosten, sagte der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) am Montag in Mainz bei der Vorstellung der im Auftrag seines Ministeriums erstellten Studie. Die nötigen Investitionen am Hahn bezifferte er auf sechs bis acht Millionen Euro. Die rheinland-pfälzische Landesregierung stehe zum Ausbau des Frankfurter Flughafens, weil er die Rhein-Main-Region stärke, betonte Hering. Der größte deutsche Flughafen bekommt eine vierte Piste und ein drittes Terminal. "Wir stehen aber auch ganz konsequent zu dem Nachtflugverbot." Mit dem Flughafenausbau werde die Lärmbelastung "deutlich" zunehmen. Hering führte zudem an, das Nachtflugverbot sei ursprünglich auch als Ausgleich für den Ausbau zugesagt gewesen. Nun gehe es auch "um die Glaubwürdigkeit der Politik". Für den Flughafen Hahn - den fünftgrößten deutschen Frachtairport - gilt ein solches Verbot nicht. Die rheinland-pfälzischen Grünen kritisierten das Vorgehen. Damit spiele das Land "den Hunsrück gegen die Rhein-Main-Region aus", hieß es in einer Mitteilung. Gutachten: Flüge der Lufthansa Cargo im Fokus Das Gutachten stelle vor allem auf die Frachtflüge von Lufthansa Cargo ab, weil diese etwa 70 Prozent des Frachtaufkommens in Frankfurt ausmachten, erklärte Hering. "Es gilt aber auch für andere Cargo-Airlines, die Frankfurt nutzen." Sie müssten keine wirtschaftlichen Nachteile fürchten, weil die Kosten für den Transport der Güter per Lastwagen durch niedrigere Flughafengebühren am Hahn ausgeglichen werden könnten. Nach seinen Angaben hat die Bevölkerung am Hahn nichts gegen Nachtflüge. Die Übernahme sei logistisch "absolut darstellbar", sagte Ingenieur Uwe Beck, der das 70.000 Euro teure Gutachten für die Dorsch Gruppe DC Airports angefertigt hatte. Die Fracht solle per Lastwagen zwischen den Flughäfen transportiert werden - "das sind ungefähr vier, fünf, sechs Trucks pro Flugzeug". Die Fahrtzeit betrage eineinhalb bis zwei Stunden. Der hessische Planfeststellungsbeschluss sieht für die Zeit nach der Erweiterung des Frankfurter Flughafens höchstens 17 Flüge für die Zeit zwischen 23.00 und 5.00 Uhr vor. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hatte die Genehmigung dieser Zahl infrage gestellt. Dagegen geht das Land vor. (dpa)

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