Frankfurt/Main. Im Tarifkonflikt bei der Lufthansa gibt es weiterhin widersprüchliche Angaben zu den Folgen des Streiks im Frachtbereich. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi ist der Umschlag von Gütern am zentralen Drehkreuz Frankfurt weitgehend zum Erliegen gekommen. „Da geht gar nichts mehr“, sagte der Frankfurter Verdi-Sekretär Gerhard Straube am Donnerstag. Lufthansa Cargo wies dies zurück: „Wir hatten bisher keinen Ausfall eines Frachtflugzeugs“, sagte ein Unternehmenssprecher heute gegenüber der VerkehrsRundschau. Mangels Nachfrage sei am Montag lediglich ein Flug nach Japan gestrichen worden. Einige Kunden hätten Transporte vorgezogen oder sind auf andere Carrier ausgewichen. „Ansonsten fliegt bei Lufthansa Cargo alles völlig normal, sowohl aus unserem Hub in Frankfurt als auch in Leipzig“, bestätigte der LH Cargo Sprecher. Laut Verdi sind die Frachtmaschinen dagegen nur zu 10 bis 15 Prozent gefüllt, es gingen höchstens Einzelstücke noch heraus. LH Cargo räumte lediglich ein, dass es Ausfälle und Verspätungen bei interkontinentalen Passageflügen gibt. Die Auswirkung auf die als Beiladung transportierte Fracht sei jedoch begrenzt da es sich um Verbindungen handle, die mehrfach am Tag angeflogen werden oder parallel mit eigenen Frachtmaschinen bedient werden. Innereuropäische und innerdeutschen Transporte wurden laut LH Cargo schon vor Beginn des Streiks teilweise auf LKW verlagert. Für das Frachthandling im von den Streiks besonders betroffenen Logistikzentrum werden verstärkt Fremdfirmen eingesetzt. Für spezialisierte Tätigkeiten werden ersatzweise Lufthansa-Mitarbeiter aus dem Ausland in Frankfurt eingesetzt. Inzwischen ist nach vier Tagen Streik bei der Deutschen Lufthansa Bewegung in den Konflikt gekommen. „Lufthansa ist auf uns zugekommen, um informelle Gespräche aufzunehmen“, sagte Verdi-Sprecher Harald Reutter am Donnerstag. Erstmals seit dem Scheitern der Verhandlungen vor drei Wochen gebe es nun informelle Gespräche. „Wir können bestätigen, dass es Kontakte gibt“, sagte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber warb in einem offenen Brief für einen Kompromiss. Ein Angebot oder Lösungsmöglichkeiten sind nach Angaben von Verdi aber noch nicht in Sicht. Der Gesprächswunsch seien aus dem Bereich des Lufthansa-Vorstandes an Verdi herangetragen worden, sagte der Sprecher. Details wollten beide Seiten nicht nennen. Verdi hatte als Vorbedingung für die Wiederaufnahme von Verhandlungen verlangt, dass Lufthansa ein deutlich nachgebessertes Angebot signalisieren müsse. (dpa/szs/diwi)
Streikfolgen bei LH Cargo weiter unklar
Unternehmenssprecher: "Wir hatten bisher keinen Ausfall eines Frachtflugzeugs" / Erste informelle Gespräche der Konfliktparteien über möglichen Kompromiss