Spontane Mobilmachung im italienischen Transportwesen

20.04.2026 12:46 Uhr | Lesezeit: 3 min
Schilder mit Streik beschriftet in der Luft
Der italienische Straßengüterverkehr streikt wegen der gestiegenen Kosten (Symbolbild)
© Foto: tournee/ AdobeStock

Spontane Mobilmachung aufgrund gestiegener Kraftstoffpreise und fehlender Regierungsmaßnahmen in Italien. Verschiedene Verbände haben nun Arbeitsniederlegungen angekündigt – wenn auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

Rom –  Der Verband gewerblicher Frachtführer TrasportoUnito bestätigte am Wochenende einen mehrtägigen Streik zwischen dem 20. und 24. April 2026 als Reaktion auf eine „Krise beispielloser Schwere“. Maurizio Longo sprach in seiner Funktion als Generalsekretär davon, dass eine wachsende Zahl von Unternehmen durch steigende Schulden und die Untätigkeit der zuständigen Institutionen in Richtung Insolvenz gedrängt würden.

Dabei hat Italien erst im vergangenen Monat die Regeln für Streiks in der Logistik verschärft.

Forderungen nach Entlastung

Nach Einschätzung des Dachverbandes Unatras sei es inzwischen wirtschaftlich sinnvoller, den Betrieb einzustellen als Transporte mit Verlust durchzuführen. Die Forderungen der Unatras sind dabei klar umrissen: ein befristeter Beihilferahmen auf EU-Ebene, Liquiditätshilfen für Unternehmen, die Aussetzung von Steuer- und Sozialabgaben sowie die unmittelbare Umsetzung bereits beschlossener gesetzlicher Maßnahmen  in Form von Steuerguthaben und Ausgleichszahlungen für nicht erstattbare Energiesteuern. Da es nach wie vor jedoch an einem strukturierten Dialog der Regierung mit den Branchenverbänden fehle, hat die Unatras ebenfalls einen Streik beschlossen. Anders als von TrasportoUnito vorgesehen, startet der jedoch nicht unmittelbar. Stattdessen sind Zeitpunkt, Ablauf und die genauen Modalitäten im Einklang mit den geltenden Branchenregeln noch festzulegen.

Streik- und Fahrverbotskalender

Im Streikkalender des Transportministeriums ist auch ohne die Unatras aktuell  Bewegung. Der 144-Stunden-Streik von TrasportoUnito (endet am Freitag, 24. April 2026 um 23.59 Uhr) wird (abgesehen von verschiedenen lokalen Streiks im öffentlichen Personennahverkehr) ergänzt um eine regionale Arbeitsniederlegung des Bahninfrastrukturbetreibers RFI  in Kalabrien (nur am Donnerstag, 23. April 2026, in der Zeit von 10 Uhr bis 17.59 Uhr).

Erschwerend für die Transportplanung ist dabei der italienische Fahrverbotskalender: Samstag, der 25. April 2026, den die Streikplanung von TrasportoUnito nicht mehr umfasst, ist in Italien Feiertag. Das Fahrverbot gilt an diesem Tag ebenso wie am folgenden Sonntag, 26. April 2026, jeweils in der Zeit zwischen 9 und 22 Uhr. Auch der nächste Generalstreik in Italien für alle Sektoren ist bereits angekündigt: Am Freitag, 1. Mai 2026 (ebenfalls Feiertag in Italien) soll in allen öffentlichen und privaten Sektoren die Arbeit für volle 24 Stunden niedergelegt werden.

Zum Jahresbeginn ist die Maut auf italienischen Autobahnen weiter angezogen. 


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