Nach mehreren kilometerlangen Lastwagenstaus auf der Autobahn A 2 (Basel–Chiasso) am Gotthard Richtung Süden ab Donnerstag bis zum Ende der vorigen Woche hat die Regierung eine Task-Force eingesetzt. Sie soll Sofortmaßnahmen entwickeln für künftige Stausituationen auf der Nord-Süd-Transitstrecke nach Italien. Dazu gehört die Einrichtung von Stauräumen neben der Autobahn auf unbenutzten Militärflugplätzen und die Steigerung der Kapazitäten bei der Zollabwicklung in Chiasso. Grund für die Staus sind Kapazitätsprobleme bei der Zollabfertigung nach Italien in Chiasso und das Wachstum des Lkw-Verkehrs auf der Nord-Spüd-Strecke im Schweiztransit. Zwischen 1990 und 2000 habe sich der Lkw-Verkehr auf der Nord-Süd-Strecke verdoppelt, sagte der Generalsekretär des Schweizer Verkehrsministeriums, Hans Werder, vor Journalisten. Seit Einführung der LSVA im Januar 2001 habe er um 15 Prozent zugenommen. Mit ähnlichen Verkehrsproblemen sei deshalb mittelfristig zu rechnen. Der schweizerische Nutzfahrzeugverband Astag sieht die Einführung der LSVA und Zugeständnisse an die EU bei den Gewichtslimits (34- und 40-Tonnen) als Grund für diese Verkehrsentwicklung. Durch die günstige Transitgebühr von 160 Franken von Basel nach Chiasso werde mehr Verkehr vom Brenner auf den Gotthard verlagert. (vr/jk)
Schweiz plant Sofortmaßnahmen gegen Staus im Transitverkehr
Militärflugplätze neben der Autobahn A 2 sollen als Stauräume genutzt werden