St. Petersburg. Weißrussland schlägt die Wiederinbetriebnahme einer seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr benutzten Wasserstraße vor: Über die Verbindung "Dnjepr-Weichsel-Oder" könnten pro Jahr etwa drei Millionen Tonnen Fracht transportiert werden. Hauptsächlich dürfte es sich dabei um Massengüter wie Kohle, Erze, Metall oder Zement mit Zielen in Westeuropa handeln, erklärte das weißrussische Außenministerium. Der quer durch Polen und die Republik Belarus verlaufende Schifffahrtsweg von der Ukraine nach Deutschland sei 885 Kilometer kürzer als die jetzt hauptsächlich genutzte Route über die Donau, den Main und den Rhein. Auf weißrussische Initiative hin habe die Arbeitsgruppe Binnenschifffahrt der Europäischen Wirtschaftskommission der UNO (UNECE) in Genf jetzt einer komplexen wirtschaftlichen und ökologischen Begutachtung des Projektes zugestimmt. Im weißrussischen Brest müssten eine Schleuse und ein Damm gebaut werden, so das Minsker Außenministerium. Ansonsten sei der bereits Ende des 18. Jahrhunderts geschaffene Ost-West-Schiffahrtsweg zumindest auf dem eigenem Territorium in "zufriedenstellendem Zustand". Er könne von Schiffen mit maximal 70 Meter Länge und 1,6 Meter Tiefgang befahren werden. (ld)
Schifffahrtskanal Berlin-Kiew vor Reanimation?
Weißrussland schlägt Wiederinbetriebnahme der Verbindung "Dnjepr-Weichsel-Oder" vor