EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio bangt um das Satellitennavigationsprojekt Galileo. In einer Erklärung forderte sie den Rat der EU-Verkehrsminister zu einer schnellen Entscheidung über seine Fortführung auf. Sollte das bis März nicht passiert sein, wäre nach Meinung de Palacios das mit rund 3,5 Milliarden Euro teuerste EU-Einzelvorhaben in Frage gestellt. Dann gebe es auch keine Garantie mehr für den Starttermin im Jahr 2008. Ab dieser Zeit sollen 30 Satelliten im Orbit ihre gebührenpflichtigen Dienste auch für den Transportsektor präziser und sicherer als das zwar kostenlose, aber militärisch genutzte US-System GPS anbieten. Die Kommissarin zeigte sich enttäuscht von der Haltung des EU-Gipfels von Laeken/Brüssel. Er habe Galileo eine "strategische Bedeutung" bescheinigt, zugleich aber eine Entscheidung erneut hinausgezögert. Die Staats- und Regierungschefs der Union hatten den EU-Verkehrsministerrat dazu verpflichtet, bis März eine Studie von "Price Waterhouse Coopers" über Aufwand und Nutzen von Galileo zu prüfen und einen Beschluss zur Finanzierung der durch Geldnöte blockierten Arbeiten zu fassen. Deutschland, die Niederlande, Österreich und Großbritannien hatten dafür ein Vierteljahr Zeit verlangt. Ihre daraufhin erfolgte Drohung, das gesamte Projekt zu streichen, hat Loyola de Palacio vorerst zurück genommen. (vr/dw)
Schicksal von Galileo steht in den Sternen
EU-Verkehrskommissarin fordert Entscheidung der EU-Verkehrsminister bis März