Stockholm/Frankfurt/Main. Der Nutzfahrzeughersteller MAN hat am Mittwochabend nach schwedischen Medienberichten fünf Prozent der Anteile an seinem schwedischen Konkurrenten Scania übernommen und seinen Gesamtanteil damit auf zehn Prozent erhöht. Scania reagierte umgehend und teilte offiziell mit, dass man die Aktienkäufe als „aggressiv“ einstufe. Gleichzeitig kündigte der seit Wochen von MAN umworbene Konzern einen wesentlich höheren Gewinn für das dritte Quartal an als bisher erwartet. MAN habe die Aktienkäufe als Beweis für seine „freundlichen“ Absichten bei möglichen Verhandlungen für ein Zusammengehen mit Scania getätigt, hieß es in den Medienberichten. Scania erneuerte seine Ablehnung des ersten und noch nicht definitiv zurückgenommen Übernahmeangebotes von MAN. In der schwedischen Erklärung hieß es, MAN unterschätze unter anderem das „wirkliche Synergiepotenzial eines Zusammengehens zwischen Scania und MAN“. Beide Unternehmen sollen nach dem Willen des VW-Konzerns, der wichtigster Miteigner sowohl bei Scania als auch bei MAN ist, in den nächsten dreieinhalb Wochen über Möglichkeiten für ein Zusammengehen verhandeln. Es wird in Stockholm unter Beobachtern nicht ausgeschlossen, dass das schwedische Unternehmen seinerseits einen Vorschlag für die Übernahme von MAN vorlegen will. Die MAN-Aktien verringerten am Mittwoch nachbörslich ihre Verluste leicht, nachdem es an der Börse Spekulationen über Zukäufe von Scania-Anteilen gegeben hatte. Die MAN-Papiere notierten im späten Parketthandel bei 67,73 Euro, nachdem sie zum Schluss des Aktienindizes Xetra 1,04 Prozent auf 67,34 Euro verloren hatten. (dpa/tz)
Scania weist MAN-Aktienkäufe als „aggressiv“ zurück
MAN erhöht Gesamtanteil an Konkurrenten Scania auf zehn Prozent – Scania kündigte für drittes Quartal wesentlich höheren Gewinn als erwartet an