Rostock. Nach mehreren Jahren kräftigen Wachstums muss die Fährreederei Scandlines erstmals wieder ein deutliches Minus im Transportgeschäft verkraften. Nach Angaben des Rostocker Unternehmens beförderte Scandlines im vergangenen Jahr auf seinen Ostsee-Verbindungen etwas weniger als 1,1 Millionen LKW und Trailer, ein Minus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der transportierten Eisenbahnwagen sank auf 84.200 (-1,5 Prozent). Auch die Zahl der Passagiere ging deutlich zurück. Insgesamt beförderte Scandlines knapp 17,4 Millionen Fahrgäste. Dies entsprach im Vergleich zu 2007 einem Rückgang um drei Prozent. Ähnlich waren die Einbußen bei der Zahl der beförderten PKW auf zuletzt rund 3,6 Millionen Autos (-3,4 Prozent). Hauptgrund für das rückläufige Transportvolumen ist laut Scandlines-Chef Michael Hassing die Konjunktureintrübung. „Seit dem Sommer war klar, dass die Finanzkrise nicht nur auf die baltischen Linien, sondern auch auf unseren leistungsstärksten Routen im Dreieck zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden Auswirkungen haben wird“, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung. Zudem hätten die hohen Ölpreise Transporte ins Baltikum sowie den Einkaufsreise- und Urlaubsverkehr zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden getroffen. Um der Krise entgegen zu steuern, habe Scandlines schon im Herbst reagiert und die Frachtlinie Århus/Aabenraa-Klaipeda eingestellt. Auf den Routen Rostock-Gedser und Rostock-Ventspils sei das Angebot reduziert worden. Das Unternehmen rechnet damit, dass die weiterhin sinkende Industrie- und Konsumgüter-Produktion auch in diesem Jahr den Frachtverkehr mit den baltischen Staaten und Skandinavien beeinflussen. Weiteres Wachstum erwartet Scandlines dagegen auf der neuen Frachtroute zwischen Deutschland und Finnland. „Wir werden die weitere Marktentwicklung genau beobachten und geeignete Maßnahmen ergreifen, um auf die Nachfrage unserer Kunden schnell und flexibel reagieren zu können“, kündigte Hassing an. (dpa/sb)
Scandlines meldet Minus für 2008
Ostseereederei verzeichnet Rückgang des Transportgeschäfts: Sowohl Routen ins Baltikum als auch nach Schweden und Dänemark betroffen