Scandlines lässt Umzug offen

04.05.2009 10:23 Uhr
Scandlines
Ein Zeitungsbericht hatte die Spekulationen über eine Standortverlegung angeheizt
©Foto: Scandlines

Reederei dementiert Medienberichte über einen Verwaltungsumzug nach Puttgarden

Die Reederei Scandlines hat Medienberichte dementiert, nach denen die komplette Verwaltung von Rostock nach Puttgarden verlegt werden soll. «Es ist keine Entscheidung gefallen», sagte Unternehmenssprecher Frank Havemann am Montag der dpa. Seit mehreren Wochen verhandelt die Unternehmensführung mit Betriebsrat und Gewerkschaften über Wege aus der schwierigen Situation des Unternehmens. Im Frachtbereich verzeichnet Scandlines derzeit einen Rückgang von mehr als 20 Prozent. Die Geschäftsführung hatte im März eine Entscheidung bis Ende April angekündigt. „Wir wollen uns die Zeit nehmen, dass es vernünftig gemacht wird“, sagte Havemann. Ein neues Datum für die Verkündung einer Entscheidung nannte er nicht. Bei den Verhandlungen geht es um die Personalplanung und die Standortfrage. Scandlines hatte angekündigt, bis Ende kommenden Jahres 400 der derzeit 2400 Stellen streichen. Von einem Umzug der Zentrale wären in Rostock rund 100 Mitarbeiter betroffen. Geschäftsführer John Steen-Mikkelsen hatte im März eingeräumt, dass die Übernahme des Unternehmens durch ein Konsortium im Juni 2007 die Situation in der Krise erschwere. Die Finanzinvestoren Allianz Capital Partners und 3i aus Großbritannien sowie die Deutsche Seereederei (DSR) in Rostock hatten Scandlines zu einem Preis von 1,56 Milliarden Euro von den früheren Eigentümern Dänemark und Deutsche Bahn gekauft. Seither drückten 1,1 Milliarden Euro Schulden auf die Bilanz, hohe Zinsen müssten gezahlt werden. Havemann kündigte an, noch in dieser Woche die Zahlen für 2008 vorlegen zu wollen. Der Chef der Linksfraktion im Schweriner Landtag, Helmut Holter, sagte, eine Verlagerung der Zentrale nach Puttgarden würde nicht nur den Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch eine Schwächung des Fährstandortes Mecklenburg-Vorpommern bedeuten. „Bereits Gedankenspiele, die Verwaltungszentrale von Rostock abzuziehen, müssen aufs Schärfste zurückgewiesen werden.“ Die Verwaltung müsse dort arbeiten, wo die meisten Fähren verkehren. Er forderte die Landesregierung auf, die dazu erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen wie den Ausbau der Schienenwege, den Bau der Autobahn A 14 oder der Hafeninfrastruktur zu unterstützen. (dpa)

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