Stockholm. Die angeschlagene skandinavische Fluggesellschaft SAS hat erstmals in vorsichtiger Form Gespräche mit möglichen Interessenten an einer Übernahme bestätigt. Das Unternehmen erklärte am Freitag zu Medienberichten über bereits laufende Verhandlungen zwischen SAS und Lufthansa: „Wir bestätigen, dass wir verschiedene strukturelle Möglichkeiten für den Konzern prüfen. Dabei führt SAS Gespräche über eine mögliche strukturelle Lösung.“ Unmittelbar vorausgegangen war die Aussetzung des Handels mit SAS-Aktien in Stockholm, Oslo und Kopenhagen wegen eines plötzlichen Kursanstiegs um bis zu elf Prozent. Als Hintergrund galt ein Bericht der Nachrichtenagentur „Reuters“ vom selben Tag unter Berufung auf Lufthansa- und Luftfahrtkreise, wonach bereits konkrete Übernahmeverhandlungen liefen. SAS nannte in seiner offiziellen Stellungnahme den Namen Lufthansa allerdings nicht. Die Lufthansa wollte keinen Kommentar abgeben. Das halbstaatliche skandinavische Unternehmen fliegt in diesem Jahr wieder hohe Verluste ein und gilt deshalb als Kandidat für eine Übernahme. Mit der Lufthansa arbeiten die Nordeuropäer in der Star Alliance zusammen. Das erste Halbjahr schloss SAS wegen hoher Treibstoffpreise und Überkapazitäten mit einem Minus von 411 Millionen schwedischen Kronen (43,9 Millionen Euro) ab. Zusätzlich zu einem bereits laufenden Sparprogramm mit 2000 Stellenstreichungen will das Unternehmen bis Jahresende 500 Arbeitsplätze abbauen. Zusammen mit der Stilllegung von 18 Flugzeugen soll dies Kosteneinsparungen von 1,5 Milliarden Kronen für 2008 bringen. Konzernchef Mats Jansson nannte die Lage bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz „ernst wie nie zuvor“. (dpa)
SAS: Übernahmegespräche mit Lufthansa
SAS zu Gerüchten über Kauf durch Lufthansa: Es gibt Gespräche über eine strukturelle Lösung