SAP schmeißt Gechäftsbereiche zusammen

19.04.2002 07:00 Uhr

Der Walldorfer Konzern für Unternehmenssoftware, SAP, teilte mit, dass er einen neuen Geschäftsbereich gegründet hat.

Damit solle die Bereitstellung offener, integrierter Softwarelösungen auf dem Gebiet der so genannten "Collaborative Applications" forciert werden. Diese Art von Geschäftsanwendungen basiert auf offenen Technologien und unterstützt integrierte Geschäftsprozesse sowohl innerhalb eines Unternehmens als auch über Firmengrenzen hinweg. Durch eine solche Plattform können auch heterogene Systemlandschaften zusammen arbeiten. Der neue Geschäftsbereich umfasst Mitarbeiter aus den bisherigen Tochterfirmen SAP Markets und SAP Portals. Geleitet wird er von Shai Agassi, der gleichzeitig in den Vorstand von SAP berufen wurde. Die ebenfalls bekannt gegebenen Geschäftszahlen vielen druchwachsen aber besser als die der Konkurrenten Siebel oder i2 Technologies aus. Während dem Customer-Relationship-Management Lösungsanbieter Siebel der Softwareumsatz um knapp 30 Prozent einbrach mussste Supply Chain Management Spezialist I2 sogar einen Verlust verbuchen. SAP dagegen konnte seinen Umsatz im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 1,66 Milliarden Euro steigern. Der Wehmutstropfen ist der Rückgang der margenstarken Erlöse aus Softwarelizenzen. Die fielen von knapp 460 Millionen Euro auf 402 Millionen Euro. Der Verlust wurde aber durch ein achtszehn prozentiges Umsatzplus im Beratungsgeschäft mehr als ausgeglichen. Der Umsatz der Supply-Chain-Managementlösung "mySAP SCM" brach von 103 Millionen Euro auf 79 Millionen Euro ein. Dennoch blieben die SAP-Vorstände bei einer Telefonkonferenz optimistisch, die Ziele für das laufende Jahr zu erreichen. Geplant sind ein Umsatzwachstum von 15 Prozent und die Verbesserung der Marge um einen Prozentpunkt auf 21 Prozent. Allerdings werde ein Großteil der Ziele erst im zweiten Halbjahr erreicht werden. Dies ist insofern nicht weiter tragisch, da gerade das vierte Quartal in Sachen Lizenzverkauf das wichtigste ist. Nicht zuletzt wegen des hohen Verlustes des US-amerikanischen Marktplatzbauers Commerce One, an dem SAP mit etwa 20 Porzent beteiligt ist, viel der Konzernüberschuss, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, von knapp 110 Millionen Euro auf 65 Millionen Euro.

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