Sachsens Transportgewerbe in Sorge um Arbeitsplätze

24.07.2008 14:21 Uhr
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In Brandenburg protestierten Spediteure letzte Woche gegen die Kostenwelle (Bild: ddp)
© Foto: ddp

Verband: Steigende Kosten sind nicht mehr aufzufangen, Maßnahmen der Bundesregierung gefordert

Dresden. Durch hohe Spritpreise und die LKW-Maut sehen das sächsische Verkehrsgewerbe und der Gewerkschaftsbund DGB Arbeitsplätze in der Branche massiv bedroht. „Die Kosten sind nicht mehr abzufangen. Wir stehen mit dem Rücken an der Wand“, sagte der Präsident des Sächsischen Verkehrsgewerbes, Michael Lohse, am Donnerstag in Dresden. DGB-Landeschef Hanjo Lucassen kritisierte, dass die Politik das Problem aussitze. In einem Offenen Brief wandten sich beide Verbände an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und machten auf die Bedrohung der Arbeitsplätze aufmerksam, nachdem innerhalb eines Jahres Kraftstoffpreise um gut ein Viertel gestiegen sind. Lohse kritisierte, dass auf ein erstes Schreiben des Verbandes an Merkel Anfang Juni bislang keine Reaktion gekommen sei. „Verkehrsleistungen sind das Blut der Wirtschaft“, appellierte er für ein Eingreifen der Politik. Es gehe nicht um einen Schutz für das Verkehrsgewerbe, sondern um faire und harmonisierte Wettbewerbsbedingungen in Europa. „Ausländische LKW kommen vollgetankt nach Deutschland“, sagte Lohse und verwies auf niedrigere Preise jenseits der deutschen Grenzen. „Das verzerrt den Wettbewerb“, betonte er. Ein ausländischer Laster könne so für 85 Cent Ware je Kilometer fahren, ein deutscher sei kostendeckend erst ab 1,20 Euro. DGB-Landeschef Lucassen erinnerte an die der Branche mit Einführung der Maut versprochenen Entlastungen von 600 Millionen Euro. Das sei noch nicht erfüllt. Die geplante Anhebung der Maut zum Januar 2009 müsse gestoppt werden, betonte er zudem. Einen Vorteil hätten vor allem ausländische Fahrer, die die günstigen Tarife in den Nachtstunden für Fahrten nutzen könnten. Deutsche Kunden müssten in der Regel tagsüber beliefert werden. (dpa)

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