Magdeburg. Nach Einführung der LKW-Maut auf Autobahnen prüft Sachsen-Anhalt, ob Lastwagenfahrer aus Kostengründen verstärkt auf Bundes- oder Landstraßen ausweichen. Es gebe Befürchtungen, dass das Straßennetz in der Nähe von Autobahnen wegen der Maut stärker belastet werde, sagte Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) am Dienstag in Magdeburg. Sollten sich diese Bedenken bestätigen, müsse auch über eine LKW-Benutzungsgebühr auf Bundes- und Landstraßen nachgedacht werden, die parallel zu Autobahnen verlaufen. Daehre warnte aber vor übereilten Forderungen nach einer Ausweitung der LKW-Mautpflicht. „Zunächst brauchen wir verlässliche Zahlen.“ Erste Ergebnisse der Zählungen in Sachsen-Anhalt sollen Anfang März vorliegen und mit Daten früherer Zählungen verglichen werden. Aussagekräftige Daten erwartet der Minister jedoch erst nach etwa einem Jahr. In Sachsen-Anhalt gibt es gegenwärtig 106 so genannte Dauerzählstellen, mit denen das Verkehrsaufkommen rund um die Uhr elektronisch erfasst wird. Davon sind 60 an Bundesstraßen, 41 an Landesstraßen und fünf an Autobahnen installiert. Die Messungen werden quartalsweise ausgewertet. Der ADAC rechnet wegen der LKW-Maut auf Autobahnen zunächst nur vereinzelt mit Ausweich-Effekten zu Lasten von Bundesstraßen. Das Umfahren der Maut werde sich am Ende nur auf wenigen Strecken oder für sehr kleine Unternehmen lohnen. (dpa)
Sachsen-Anhalt zählt LKW auf Bundes- und Landstraßen
Das Land prüft, ob LKW-Fahrer nach Einführung der LKW-Maut verstärkt auf Bundes- oder Landstraßen ausweichen um Gebühren zu sparen – Ergebnisse für März erwartet