St. Petersburg. Mit Abhörgeräten in Streifenwagen gehen die russischen Behörden jetzt gegen die alltägliche Korruption im Straßenverkehr vor. Ein bislang unbescholtener Moskauer Autofahrer wurde in einem Aufsehen erregenden Prozess zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, weil er tat, was in Russland weithin üblich ist: Nachdem er beim Queren eines durchgezogenen Mittelstreifens ertappt wurde, bot er den Polizisten in deren Auto etwa 25 Euro Bargeld an. Er wollte damit dem Ärger und Papierkrieg entgehen, weniger der bei einem Strafverfahren eher bescheidenen offiziellen Geldbuße. Die Beamten blieben jedoch unbestechlich. Sie wussten, dass das Gespräch von Wirtschaftsfahndern mitgeschnitten wurde. Zur Abschreckung wurden in den Polizei-Autos der Hauptstadt nun Hinweistafeln „Achtung - alle Gespräche werden aufgezeichnet“ angebracht. Polizisten, die wissen, dass dies so nicht stimmt, halten trotzdem weiterhin ungeniert die Hand auf, berichtete die Internetzeitung aktuell.ru. (ld)
Russland: Tonband-Falle im Polizei-Auto
Bewährungsstrafe für Schmiergeldangebot an Verkehrspolizei – Autofahrer wollte mit 25 Euro Bargeld dem mit einer Ordnungsstrafe verbundenen Papierkrieg entgehen