Rund 500 Trucker bei „Diesel-Demo“

21.07.2008 11:25 Uhr
DieselProtestMichael-Urbandddp290
Das Transportgewerbe macht mobil: Diesel-Demo auf Deutschlands Autobahnen (Foto: ddp)
© Foto: ddp

Rund 500 Lastwagenfahrer haben am Samstag gegen die hohen Dieselpreise demonstriert – die Demo war erst der Anfang, denn die Politik sei gefordert

Berg/Hof. Rund 500 Lastwagenfahrer aus Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben am Samstag gegen die hohen Dieselpreise demonstriert. Ziel ihrer Sternfahrt war eine Kundgebung an der Rastanlage Berg an der Autobahn A9 in Oberfranken (Landkreis Hof). Zuvor seien rund 300 Lastwagen in Konvois über die Autobahnen zu dem Autohof gefahren, teilte die Polizei in Hof weiter mit. Es sei aber nicht zu Blockaden oder größeren Behinderungen gekommen. Lediglich auf der A 72 aus Richtung Chemnitz habe sich kurz vor der bayerischen Landesgrenze für kurze Zeit ein etwa drei Kilometer langer Stau gebildet. Nach Worten des Veranstalters der Diesel-Demo, Rudi Stöhr, werden die Speditionen durch die hohen Dieselpreise in den finanziellen Ruin getrieben. Mit ihrer Sternfahrt wollten die Trucker dagegen protestieren und ihrer Forderung nach Senkung der Mineralölsteuer Nachdruck verleihen. Diesel dürfe nicht mehr als einen Euro pro Liter kosten, forderten die Lastwagenfahrer. Der Bundesverband der Transportunternehmen (BVT) befürchtet, durch die hohen Diesel-Preise könnten mehr als 20.000 Arbeitsplätze in der Branche verloren gehen und 4500 Unternehmen in die Insolvenz schlittern. Die Trucker waren über die Autobahn A 9 von Leipzig beziehungsweise Bayreuth, über die A 72 von Chemnitz und über die A 93 von Weiden zur Diesel-Demo nach Berg gefahren. Die von der Polizei begleiteten Konvois hatten eine Länge von bis zu zehn Kilometern. Der BVT bezeichnete die Proteste in einer Mitteilung vom Samstag als „erstes und ernstes Signal der Straße und des Straßengütertransports an die Politik“. Die Aktionen seien erst der Anfang, kündigte die Verbands-Vorsitzende Dagmar Wäscher an. „Es brodelt im Gewerbe.“ Die Verbraucher sollen aber nicht übermäßig belastet werden. Schließlich säßen Verbraucher, Unternehmer und Fahrer in einem Boot. Mit der Demonstration wollten die Trucker auch auf die ihrer Ansicht nach schlechten Berufsbedingungen hinweisen. Viele Lastwagenfahrer seien unterbezahlt und würden durch Parkplatzmangel an Raststätten daran gehindert, ihre gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einzuhalten. Auch einige Landwirte aus der Umgebung waren laut Polizei mit ihren Traktoren zur Demonstration gekommen. (dpa/sv)

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

WEITERLESEN



NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.