Mannheim. Die anhaltende Hitze belastet zunehmend die Kassen zahlreicher Speditionsunternehmen: Durch die sinkenden Wasserstände vor allem im Rhein wird der Schiffstransport von Gütern immer teurer. „Die Schiffe können nicht mehr ausreichend beladen werden, es muss ein Kleinwasserzuschlag erhoben werden“, sagte der Leiter der Mannheimer Hafenmeisterei, Wilhelm Müßig, laut einer Mitteilung der Deutschen Presseagentur. Dieser Zuschlag, der vom Auftraggeber an den Schiffer bezahlt wird, liegt bei branchenüblichen zehn Prozent Aufschlag pro zehn Zentimeter sinkendem Wasserstand. Nach Angaben des Haupthafenmeisters ist der Wasserstand des Rheins in der aktuellen Hitzewelle bereits stärker gesunken als vor drei Jahren. Wurden Ende Juni am Pegel Maxau noch 4,60 Meter gemessen, waren es am Mittwoch bereits 45 Zentimeter weniger. Am Pegel in Mannheim stand das Wasser auf einer Höhe von 2,00 Metern (2004: 2,23), am für die Schifffahrt wichtigen Pegel Kaub bei 1,20 (2003: 1,30). „Wir brauchen einen lang anhaltenden Wetterumschwung“, sagte Müßig. Ohne starken Regen und Zufluss aus dem Umland drohe ein ähnlich drastisch sinkender Güterumschlag wie im Jahr 2003, als statt acht Millionen Tonnen nur 6,9 Millionen Tonnen transportiert wurden. Weitere Folge der Gluthitze: „Schon bald werden die Unternehmen ihre Waren wieder mit der Bahn oder auf der Straße transportieren lassen“, sagte Müßig. „Schließlich kann kein ausländischer Kunde nachvollziehen, was ein Kleinwasserzuschlag ist.“ (dpa/tz)
Rhein-Pegel sinkt weiter
Sinkende Wasserstände treiben Kosten für Gütertransporte per Schiff in die Höhe