Hamburg. Keine erneute Unruhe an der Tonnagesteuer-Front. Das war eine der zentralen Forderungen, die Experten auf dem 10. Hansa-Forum Schiffsfinanzierung erhoben. Es ging am Donnerstag in Hamburg mit mehr als 500 Teilnehmern über die Bühne. So bekundeten verschiedene Referenten und Teilnehmer ihren Unmut über den aktuellen Bericht des Bundesrechnungshofes über einen vermeintlichen Steuerausfall als Folge der deutschen Tonnagesteuer-Einführung von rund einer Milliarde Euro im Jahr. Hans-Heinrich Nöll Hauptgeschäftsführer beim Verband Deutscher Reeder (VDR) stellte zu dieser Behauptung bissig fest: „Darüber kann man nur lachen." „Die deutsche Schifffahrtsindustrie erwartet eine klare Botschaft von der deutschen Politik auf der 5.Maritimen Konferenz Anfang Dezember in Hamburg", gab zum Beispiel Tjark Woydt, von der Deutsche Bank/SHL (Hamburg) zu Protokoll. Er wies zugleich darauf hin, dass der Stadt-Staat Singapur intensiv daran arbeite, sich als herausragender internationaler Standort für die Schiffsfinanzierung und Reederei-Verwaltungen zu profilieren. Noch behaupte sich Deutschland, vor allem aber Hamburg, auf diesem Feld, vor allem seit der Einführung der deutschen Tonnagesteuer. Doch bestehe überhaupt kein Anlass, sich auf diesen „Lorbeeren auszuruhen", mahnte Woydt. Singapur werbe um die Gunst der Emissionshäuser und Reeder mit äußerst interessanten Konditionen und könne damit zu einer klaren Konkurrenz für Deutschland werden. So hätten zum Beispiel norwegische Reedereien bereits diesen Standort für sich entdeckt und massiv Aktivitäten von Norwegen nach Fernost verlagert. Doch auch deutsche Schifffahrtsunternehmen zog es bereits nach Singapur, wurde auf dem Symposium bekannt. Die Rickmers Linie habe dort inzwischen eine Niederlassung eingerichtet. Auch der Hamburger Reeder Claus-Peter Offen warnte die Bundesregierung vor einem Schlingerkurs in Sachen Tonnagesteuer. „Unsere Industrie braucht Rechts- und Planungssicherheit." Für sein Unternehmen könne er nur festhalten: „Wir zahlen seit der Einführung der Tonnagesteuer mehr Steuern als davor." (eha)
Reeder warnen vor Konkurrenz aus Asien
Schifffahrtsindustrie erwartet eine klare Botschaft von der Politik: Deutsche Reeder fordern Ende der Diskussion um die Tonnagesteuer