Die britische Eisenbahngesellschaft Railtrack hat am Sonntag Konkurs angemeldet. Der Grund sind die 3,3 Milliarden Pfund (10,2 Milliarden Mark) Schulden der börsennotierten Firma. Eine erhoffte Geldspritze der Regierung blieb aus. 1994 hatte die konservative Regierung British Rail privatisiert. Railtrack bekam die Aufsicht über 32.000 Kilometer Schienen und 2.500 Bahnhöfe. Die Firmen-Aktien stiegen von den 3,8 Pfund (12 Mark) des Ausgabekurses auf 17 Pfund (53,7 Mark). Ende 1999 machte Railtrack noch einen Gewinn von einer Million Pfund (3,16 Millionen Mark) pro Tag. Doch mehrere Zugunglücke zwangen das Unternehmen, verstärkt in das vernachlässigte Schienennetz zu investieren. Im Mai 2001 wies Railtrack einen Verlust von 534 Millionen Pfund (1,687 Milliarden Mark) aus. Der Aktienkurs fiel auf 2,8 Pfund (8,85 Mark). Nun soll eine Stiftung, deren Gewinne ständig im Unternehmen reinvestiert werden, die Arbeit übernehmen. (vr/awa)
Private britische Eisenbahn vor dem Aus
Regierung stellt das Unternehmen wieder unter staatliche Aufsicht