Praxis-Tester gesucht: Open Logistics Foundation öffnet Zeitfenstermanagement

15.10.2026 12:53 Uhr | Lesezeit: 3 min
Praxis-Tester gesucht: Open Logistics Foundation öffnet Zeitfenstermanagement
Open Logistics Foundation öffnet Zeitfenstermanagement
©Foto: Bong/ AdobeStock

Eine offene Schnittstelle soll den Datenaustausch beim Zeitfenstermanagement vereinfachen. Für Praxistests sucht die Open Logistics Foundation nun Unternehmen.

Die Open Logistics Foundation (OLF) will das Zeitfenstermanagement in der Logistik stärker standardisieren. Dafür hat die Organisation gemeinsam mit ihren Mitgliedern eine offene, herstellerneutrale Schnittstelle entwickelt, über die unterschiedliche IT-Systeme Transport- und Zeitfensterdaten austauschen können. Jetzt werden Unternehmen für Praxistests gesucht.

Hintergrund sind die bislang häufig voneinander getrennten Systeme von Verladern, Speditionen und Lagerbetreibern. Proprietäre Schnittstellen und manuelle Abstimmungen erschweren den Datenaustausch und können zu Wartezeiten an Rampen sowie ineffizienten Abläufen führen.

Offene API verbindet TMS, WMS und Zeitfenstersysteme

Die neue Open-Source-API soll eine gemeinsame technische Basis für den Informationsaustausch zwischen Transport-Management-Systemen (TMS), Zeitfenstermanagement-Systemen (TSM) und Warehouse-Management-Systemen (WMS) schaffen.

Ziel ist es, bestehende Systeme unterschiedlicher Anbieter miteinander zu verbinden und den Bedarf an individuell entwickelten Schnittstellen zu reduzieren.

Mit Transporeon und TradeLink haben zwei Anbieter die Schnittstelle bereits implementiert. Damit stehen erste technische Voraussetzungen für Tests unter realen Bedingungen zur Verfügung.

Zeitfenstermanagement soll interoperabler werden

Gerade an Lager- und Produktionsstandorten treffen unterschiedliche Anforderungen aufeinander. Während Lagerbetreiber möglichst verlässliche Ankunfts- und Abfertigungszeiten benötigen, müssen Speditionen auf Staus, Verzögerungen und kurzfristige Änderungen im Transportablauf reagieren können.

Ein standardisierter Informationsaustausch könnte hier die Abstimmung zwischen den Beteiligten verbessern. Die OLF will deshalb untersuchen, wie sich die API in unterschiedlichen Konstellationen entlang der Transportkette einsetzen lässt.

Denkbar sind Verbindungen zwischen einzelnen Partnern, etwa einem Carrier und einer Zeitfensterplattform, ebenso wie die Vernetzung mehrerer Systeme innerhalb einer Lieferkette.


Logistikunternehmen für Praxistests gesucht

Am Pilotprogramm können Organisationen teilnehmen, die an Zeitfenster- und Terminbuchungsprozessen beteiligt sind. Dazu zählen Verlader, Speditionen, Lager- und Yard-Betreiber sowie Anbieter von TMS-, TSM- und WMS-Lösungen.

Die Praxistests sollen zeigen, ob der standardisierte Datenaustausch bestehende Prozesse vereinfachen kann und welche Anforderungen aus dem Logistikalltag bei der Weiterentwicklung berücksichtigt werden müssen.

Die Bewerbungsphase beginnt am 15. Oktober 2026 und läuft sechs Wochen. Anschließend will die Open Logistics Foundation geeignete Partner für die einzelnen Testkonstellationen auswählen.



Pilotprojekte sollen Anfang 2027 starten

Die ersten Pilotprojekte sind für Anfang 2027 vorgesehen. Für jeden Test ist eine Laufzeit von voraussichtlich rund drei Monaten geplant, wobei der genaue Ablauf vom jeweiligen Anwendungsfall und den beteiligten Unternehmen abhängt.

Für die Logistikbranche ist der Ansatz vor allem mit Blick auf die zunehmende Vernetzung von Transport-, Lager- und Yard-Prozessen relevant. Gelingt es, eine herstellerübergreifende Schnittstelle zu etablieren, könnten Unternehmen verschiedene Systeme leichter miteinander verbinden und den Aufwand für individuelle Integrationen reduzieren.


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