Für Nachsendungen und gelagerte Sendungen will die Deutsche Post künftig Geld verlangen. Das kündigte Post-Finanzvorstand Edgar Ernst in einem Interview der "WirtschaftsWoche" an. Ein Post-Sprecher bestätigte am Mittwoch in Bonn solche Pläne. Über den Preis oder den Zeitpunkt für die Einführung der Neuerung, die derzeit geprüft werde, könnten noch keine Angaben gemacht werden. Mit dem Schritt könnte die Post Ertragseinbußen durch die behördlich angeordnete Porto-Senkung auffangen. Bislang sind Nachsendungen, die von Kunden vor allem bei Umzug in Anspruch genommen werden, und befristete Einlagerungen bei einer Post-Filiale, etwa während des Urlaubs, kostenfreie Dienstleistungen. Für die Post sind sie aber mit Aufwand verbunden. Sie gehören nicht zum so genannten Universaldienst, zu dem die Post im Interesse des Gemeinwohl gesetzlich verpflichtet ist. Die Post verspreche sich von einer solchen Änderung Mehreinnahmen im zweistelligen Millionenbereich, sagte Ernst. Die Post hatte durch die von der Regulierungsbehörde zum 1. Januar 2003 verfügte Portosenkung Mindereinnahmen von etwa 300 Millionen Euro jährlich errechnet. Die Porto-Senkung bedeute für die Post eine "verschärfte Situation", erläuterte Sprecher Norbert Schäfer. Sämtliche Potenziale für Einsparungen und Kostenreduzierungen müssten genutzt werden. Dazu zähle neben dem bereits ins Gespräch gebrachten Abbau von rund 10.000 Stellen im Briefdienst, neben der Schließung von bis zu 1000 Filialen und dem Abhängen von Tausenden Briefkästen auch der bisher kostenlose Service bei Nachsendungen und Lagerungen. (vr/dpa)
Post will künftig für Nachsendungen und Einlagerung kassieren
Ertragseinbußen durch verfügte Portosenkung sollen aufgefangen werden