Post-Chef Appel kämpft für Sanierung des US-Expressgeschäftes

12.08.2008 13:18 Uhr
Post-Chef Frank Appel
Post-Chef Frank Appel. (Foto: ddp)
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Post-Chef Appel sieht keine echte Alternative zu Sanierungsplänen für verlustreiches Expressgeschäft

Bonn. Post-Chef Frank Appel hat angesichts von Kritik amerikanischer Politiker vor einer Blockade der Sanierungspläne des Unternehmens für das verlustreiche Expressgeschäft in den Vereinigten Staaten gewarnt. Es gebe keine echte Alternative, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag). Sonst werde das gesamte Expressgeschäft in den Vereinigten Staaten gefährdet, und am Ende wären noch wesentlich mehr Arbeitsplätze bedroht. DHL will im Lufttransport künftig mit dem amerikanischen Konkurrenten UPS zusammenarbeiten und einen Standort in Wilmington im Bundesstaat Ohio schließen. Dadurch drohe, hieß es, der Verlust von rund 8000 Arbeitsplätzen bei der amerikanischen Fluggesellschaft ABX Air, die für DHL dort bisher ein Luftdrehkreuz betreibt. Wahlkampfthema in den USA Der Arbeitsplatzabbau im strukturschwachen und von beiden Präsidentschaftskandidaten intensiv umworbenen Ohio habe die Deutsche Post in den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf hineingezogen, so die Zeitung. Sowohl der demokratische Bewerber Barack Obama als auch sein republikanischer Konkurrent John McCain hätten wettbewerbsrechtliche Zweifel an einer Zusammenarbeit von DHL und UPS angemeldet und eine genaue Prüfung verlangt. DHL Express verliere in den USA jeden Tag rund 5 Millionen Dollar, sagte Appel. Jede Verzögerung könnte schlimmstenfalls zu noch dramatischeren Einschnitten führen. Das sollten Politiker bedenken, wenn sie jetzt Termine für Anhörungen ansetzten oder eine möglicherweise langwierige kartellrechtliche Überprüfung verlangten, mahnte der Postchef. In der Sache halte er die Wettbewerbsbedenken für nicht gerechtfertigt. Auch wenn UPS eine Dienstleistung für DHL übernehme, stünden beide Unternehmen weiterhin im Wettbewerb. Um die Wogen zu glätten, kündigte Appel ein Hilfsprogramm an, das die Folgen für die Beschäftigten und die strukturschwache Region abmildern soll. Einzelheiten würden zurzeit zwischen DHL-Vertretern, amerikanischen Stellen und den betroffenen Arbeitnehmern besprochen. (dpa/pi)

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