Mehr Lkw-Fahrer sind offenkundig bereit, Schaublätter oder die Fahrtenschreiber zu manipulieren. Diesen Rückschluss zieht Werner Jaudt, Polizeihauptkommissar und Sprecher der Verkehrspolizeidirektion Schleswig-Holstein (Neumünster), nach Auswertung der jüngsten Lkw-Schwerpunktkontrolle in Schleswig-Holstein, im Gespräch mit den Verkehrs-Rundschau. Die Aktion fand vom 15. bis 16.März zeitgleich in acht weiteren nord-ostdeutschen Bundesländern, den Niederlanden und Dänemark statt. Dabei wurden allein in Schleswig-Holstein über 1100 Lkw überprüft. 321 Fahrzeuge und damit jeder vierte Lkw wurden beanstandet. Für Jaudt ist die Zunahme der Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeitvorschriften "Besorgnis erregend". Insgesamt 196 Lkw-Fahrer fielen damit auf. Gegen neun Fahrer wird wegen der Manipulationen ermittelt. "Die Fahrer sollten wissen, dass es sich dabei um Straftaten handelt", betonte Jaudt. Hohe Geldbußen seien die Folge. Auch Gefängnisstrafen möglich sein. Jaudt: "Das ist kriminelles Unrecht!" Die Überschreitung der Lenkzeiten habe immer wieder schwere Unfälle zur Folge. Sie sei mit Argumenten wie "Leistungs- und Konkurrenzdruck" nicht zu rechtfertigen. Die "Hitliste" führte ein holländischer Fahrer an, der auf der A 23 bei Elmshorn überprüft wurde. Er saß 15 Stunden ununterbrochen hinter dem Lenkrad. 400 Mark Geldbuße musste er entrichten. (vr/eha)
Polizei besorgt: Mehr Lkw-Fahrer fälschen Fahrtenschreiber
In Schleswig-Holstein jeder vierte Lkw bei Kontrollen beanstandet