Warschau. Das Brief- und Paketmonopol der Polnischen Post (Poczta Polska, PP, Umsatz 2002: 1,5 Milliarden Euro), das vorläufig noch für die Beförderung von Sendungen bis zu 2000 Gramm gilt, soll mit dem Beitritt Polens zur EU am 1. Mai 2004 deutlich eingeschränkt werden. Das sieht das vom polnischen Parlament (Sejm) Mitte Mai verabschiedete Postdienstleistungsgesetz vor. Der Post soll nur noch die Beförderung von Paketen bis zu 350 Gramm und Briefen bis zu 500 Gramm vorbehalten sein, als Ausgleich für die Aufrechterhaltung eines teilweise defizitären flächendeckenden Postdienstes. Eine weitere Begrenzung des Briefmonopols auf Sendungen bis zu 350 Gramm soll am 1. Januar 2005 erfolgen. Nach Expertenschätzungen dürften diese Maßnahmen bei der polnischen Post zu einem Einnahmerückgang von gut 20 Prozent führen. Auf einhellige Zustimmung sind die Liberalisierungsmaßnahmen bei den auf dem polnischen Markt vorgedrungenen westeuropäischen Postgesellschaften gestoßen, allen voran bei der Deutschen Post, der alleinigen Inhaberin des größten Kep-Dienstleisters in Polen, der Firma Sevisco (Usatz 2002: ca. 90 Millionen Euro). (vr/jt)
Polen schränkt Postmonopol ein
Monopol ab Mai 2004 nur noch für Pakete bis 350 Gramm und Briefe bis 500 Gramm