New York/Nairobi. Trotz verstärkter Militärpräsenz der internationalen Gemeinschaft haben Piraten-Übergriffe vor der Küste Somalias zugenommen. Im vergangenen Jahr wurden weltweit insgesamt 406 Schiffe überfallen, das seien 100 mehr als im vergangenen Jahr, sagte ein UN-Sprecher am Freitag vor Journalisten in New York.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte die Zahlen bei einer Rede vor der Generalversammlung am Freitag "alarmierend". Zu Wasser könne man das Problem nicht in den Griff bekommen, potenzielle Piraten müssten auch zu Lande bekämpft werden, mahnte der UN-Chef.
"Wir können das Risiko reduzieren, aber nicht ausmerzen", betonte Admiral Peter Hudson, Chef der EUNAFOR - Operation Atalanta, der Marineoperation der Europäischen Union vor Somalia am Freitag vor Journalisten. In den vergangenen Monaten habe EUNAFOR 72 Schiffe mit insgesamt 35 000 Tonnen Nahrung der Welternährungsorganisation (WFP) sicher in die Häfen von Somalia geleitet. Im Golf von Aden zumindest seien die Angriffe zurückgegangen.
Unterdessen ließen somalische Piraten einen vor viereinhalb Monaten gekaperten britischen Chemietanker nach Zahlung eines Lösegelds wieder frei. Ein Sprecher der Operation Atalanta berichtete am Freitag, das Lösegeld für die "MS St. James Park" sei in der als Piratenhochburg geltenden Hafenstadt Garacaad an der somalischen Küste übergeben worden. Das am 28. Dezember gekaperte Schiff mit 26 Mann Besatzung unter anderem aus der Ukraine, Polen und Russland sei bereits unterwegs in sichere Gewässer. Über die Höhe des gezahlten Lösegelds gab es keine Angaben.
In dieser Woche haben somalische Piraten gleich zwei Schiffe innerhalb von 24 Stunden in ihre Gewalt gebracht - einen schrottreifen bulgarischen Frachter und ein griechisches Containerschiff. (dpa)