Berlin. Bislang brauchen Güterzüge für die Strecke von Berlin nach Moskau bis zu zehn Tage, LKW schaffen es in gut fünf. Vier europäische Bahnen haben es sich zum Ziel gesetzt, die 1800 Kilometer in lediglich 77 Stunden zu bewältigen. In der vergangenen Nacht erfolgte auf dem Berliner Güterbahnhof Seddin das Startsignal für den Pilotzug, geplante Ankunft in Moskau ist Sonntagmorgen. An Bord des 600 Meter langen, rund 1600 Tonnen schweren Kolosses befinden sich neben Deutsche Bahn-Chef Hartmut Mehdorn seine Kollegen aus Polen, Weißrussland und Russland. Die obersten Eisenbahner wollen selbst die zeitintensiven Grenz- und Umladeprozesse miterleben. Ziel des Experiments ist es, in enger Kooperation zwischen der DB-Güterbahn Railion, der polnischen PKP, der weißrussischen BC und der russischen RZD die Grundlagen für eine künftige Beschleunigung aller Güterzüge auf dem Korridor Deutschland-Russland und damit für eine deutliche Steigerung des Verkehrsaufkommens zu schaffen. Bisher wird auf der Strecke mehrmals die Lokomotive gewechselt, zudem sind in den Fahrplänen viele Betriebsaufenthalte und Pufferzeiten – zum Beispiel für die umfangreichen Zollformalitäten an den drei Grenzübergängen – vorgesehen. Künftig sollen die Abläufe mit EDV-Unterstützung und elektronischer Übermittlung der Frachtpapiere optimal aufeinander abgestimmt werden und so eine deutliche Reduktion der Transportzeiten ermöglichen. (sb/tbu)
Pilotzug nach Moskau gestartet
Bahnen testen deutlicher schnellere Verbindung auf dem West-Ost-Korridor