Wolgast. Der nördliche Peenestrom zwischen Wolgast in Mecklenburg-Vorpommern und der Ostsee wird bis Jahresende für größere Schiffe vertieft. Am Donnerstag gab die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Karin Roth, den Startschuss für die 27 Millionen Euro teuren Arbeiten. Schwimmbagger werden in den kommenden fünf Monaten auf einer Länge von 23,7 Kilometern die Fahrrinne von derzeit 6,50 auf 7,50 Meter vertiefen. Mit den Arbeiten werde der Hafen- und Werftstandort Wolgast leistungsfähiger, hunderte Arbeitsplätze in der Region würden gesichert, sagte Roth. In ihrer Rede ging Roth auf die schwierige Lage im Schiffbau und den Schutzschirm des Bundes zur Sicherung von Arbeitsplätzen ein. Ein Drittel aller Schiffe lägen derzeit „off“, sagte sie. Rund vier Milliarden Euro setze das Verkehrsministerium zusätzlich aus dem Konjunkturpaket für Infrastrukturmaßnahmen ein. Schiffsbestellungen für den Bund wie der Bau von drei Tonnenlegern und mehreren Lotsenschiffen seien vorgezogen worden. „Der Bund wird zahlen und nicht nur bestellen.“ An dem Bau eines Notfallschleppers ist auch die Wolgaster Peene-Werft beteiligt. Neben dem Hafen in Wolgast profitiert vor allem die Werft von der Ausbaggerung. Werfteigner Detlef Hegemann hatte vor Jahren mit der Schließung der Werft gedroht, weil die bisherige Tiefe des Peenestroms nur den Bau kleinerer Containerschiffe mit maximal 2500 Stellplätzen zulässt. Der Spatenstich sei mehr als ein symbolischer Akt, betonte Hegemann. „Er ist ein sichtbares Zeichen für die hier lebenden Menschen, dass ihre Arbeitsplätze und damit ihre Lebensgrundlage auch weiterhin abgesichert bleiben.“ Am Donnerstag konnte die Werft einen Großauftrag über 100 Millionen Euro vermelden. In den nächsten Monaten werden rund 1,5 Millionen Kubikmeter Kies, Schlick und Mergel aus der Fahrrinne gehoben, und auf Spülfeldern oder in der Ostsee verklappt. Die Strecke führt durch mehrere ökologisch sensible Gebiete, die in den kommenden fünf Jahren durch ein Umweltmonitoring beobachtet werden sollen. Dem seit 2004 geplanten Bau gingen umfangreiche Untersuchungen zur Umweltverträglichkeit voraus, wie der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Stralsund, Holger Brydda, betonte. Als Ausgleichsmaßnahme ist die Wiedervernässung des Polders Werre auf dem Darß geplant. Dabei handelt es sich um eine flache Bucht im Saaler Bodden, die vor rund 35 Jahren durch Eindeichungen trockengelegt und intensiv als Grünland genutzt wurde. Die Gesamtkosten in Höhe von 27 Millionen Euro trägt der Bund. (dpa)
Peenestrom wird für 27 Millionen Euro vertieft
Von der Ausbaggerung profitieren vor allem die Werften in Mecklenburg-Vorpommern