Paris/Marseille/Frankreich. Nach Verhandlungen mit der EU-Kommission hat die französische Regierung den Fortbestand der maroden Korsikafähren-Reederei SNCM nach ihrer Privatisierung garantiert. Das Insolvenzrisiko sei mit Annahme des Sanierungsplans der Regierung beseitigt, sagte Premierminister Dominique de Villepin. Aus Protest gegen die Privatisierung der bereits mit mehr als einer Milliarde Euro subventionierten Reederei hatten die Beschäftigten unter anderem Korsika blockiert und ein Schiff entführt. Angesichts der Insolvenzgefahr stimmten die SNCM-Beschäftigten in Marseille nach 24 Streiktagen für die Wiederaufnahme der Arbeit. Die Gewerkschaft CGT wünschte den Privatinvestoren ironisch „viel Freude“ bei ihrem SNCM-Engagement: „Der Kampf um die Arbeitsplätze geht weiter.“ Der Sanierungsplan sieht vor, dass der Investmentfonds Butler Capital Partners 38 Prozent und die Verkehrsgesellschaft Connex 28 Prozent der SNCM-Anteile übernehmen. Der Staat mit 25 Prozent und die Beschäftigten mit neun Prozent sollen aber gemeinsam eine Sperrminorität behalten. Zudem schießt der Staat noch einmal Geld zum Schuldenabbau und für Sozialpläne nach. (dpa)
Paris garantiert Überleben der Korsikafähren
Streik bei Reederei SNCM nach 24 Tagen beendet: Beschäftigte akzeptieren Sanierungsplan