Ostsee-Schifffahrt: Kadetrinne wird sicherer

24.07.2007 14:23 Uhr

Schiffsverkehr auf der Ostsee wird sich bis 2015 verdoppeln: BSH nimmt bis Ende 2007 Neuvermessung der Kadetrinne vor

Hamburg. Die Kadetrinne, eine der schwierigsten Bereiche in der Ostsee, soll für die Schifffahrt sicherer werden. Eine entscheidende Grundlage dafür schafft das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mit der Neuvermessung dieses Seegebietes in der südwestlichen Ostsee. Das Spezialschiff „Deneb“ des BSH, das in Rostock, einem der beiden Standorte der Maritimen Behörde, seinen Heimathafen hat, wird diese Aufgabe bis zum Jahresende durchführen. Die letzte Seevermessung der Kadetrinne, die zur Hälfte in dänischem Hoheitsgebiet verläuft, liegt zehn Jahre zurück. Dank der inzwischen erheblich verbesserten Vermessungstechnik verspricht sich das BSH -es ist dem Bundesverkehrsministerium unterstellt – ein optimales Ergebnis. Zur Verdeutlichung: Allein die leistungsoptimierte Sonartechnik erlaubt das Aufspüren von Unterwasserobjekten mit einer Kantenlänge von gerade einmal zwei Metern. Daher erwartet das BSH weitere, bislang nicht bekannte Hindernisse, zum Beispiel Wracks, aufzuspüren. Das ist deshalb wichtig, weil die Kadetrinne sehr stark voneinander abweichende Wassertiefen aufweist. Das Spektrum liegt zwischen elf und 30 Meter. Die Schiffe, die im Bereich der Kadetrinne einen Kurswechsel von rund 90 Grad vollziehen müssen, kommen sich in diesem Bereich besonders nahe. Die Passageabstände liegen – je nach Tiefgang der Schiffe – bei gerade einmal 500 bis 1000 Meter. Aus Sicht der Schifffahrt sind das sehr geringe Distanzen. Somit erklärt sich auch, weshalb es in den letzten Jahren wiederholt zu Havarien im Bereich der Kadetrinne gekommen ist. Zur Verdeutlichung: Die Kadetrinne passieren nach BSH-Erhebungen bis zu 65.000 Schiffe im Jahr, und zwar vom Fischtrawler bis hin zum großen Öltanker. Gerade der Ölverkehr hat in den letzten Jahren sehr stark zugenommen und wird auch weiter wachsen. Das Öl stammt aus Russland, wobei es neben russischen Häfen auch über baltische Häfen, allen voran das lettische Ventspils, verladen wird. Das Rohöl geht in dabei zu einem großen Teil nach Rotterdam, wo die Rohölmengen gelöscht, zwischengelagert und für den Export nach Übersee in großen Super-Tankern konsolidiert wird. Das Binnenmeer Ostsee gehört schon heute zu den am stärksten befahrenen Meeren. Gut sieben Prozent des Weltseeaufkommens wird über die Ostsee abgewickelt. Bis 2015 wird mit einer Verdoppelung des Seetransportaufkommens gerechnet. (eha)

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