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Hamburg: Opposition kritisiert vom Senat geplanten MSC/HHLA-Deal

28.09.2023 09:26 Uhr | Lesezeit: 2 min
Hafen_Hamburg_Terminal
Ist der Deal mit MSC für den Hamburger Hafen der richtige Weg? Darüber diskutierten Politiker des Hamburger Senats in einer Aktuellen Stunde
© Foto: HHLA/Thies Rätzke

Der Hamburger Senat will mit dem Einstieg der weltgrößten Containerreederei MSC beim städtischen Terminalbetreiber HHLA die Zukunft des Hafens sichern. Bei der Opposition mag man nicht so recht daran glauben, dass der Plan aufgeht.

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Die Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft hat vor dem vom rot-grünen Senat geplanten Einstieg der Containerreederei MSC beim städtischen Hafenterminalbetreiber HHLA gewarnt. Politiker von CDU, Linken, AfD und FDP forderten am Mittwoch, den 27. September in der Aktuellen Stunde, auch andere Akteure im Hafen wie die Reederei Hapag-Lloyd stärker zu beteiligen.

Sie warfen Rot-Grün vor, mit den „Geheimverhandlungen mit MSC“ anderen Reedereien und deutschen Hafenstandorten, aber auch den HHLA-Beschäftigten vor den Kopf gestoßen zu haben. Ein Abzug von Ladung aus Hamburg könne die Folge sein, hieß es. SPD und Grüne sprachen dagegen von einem großen Erfolg für den Wirtschaftsstandort Hamburg.

Wirtschaftssenatorin: Interessen der Stadt und Beschäftigten beim Hamburger Hafen gesichert

Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) wies die Vorwürfe der Opposition zurück. Die strategische Partnerschaft mit der weltgrößten Containerreederei MSC werde sich durch nun leichter mögliche Investitionen nicht nur positiv auf die Entwicklung des Hamburger Hafens auswirken, sondern auf die gesamte Deutsche Bucht, weil neue Handelswege erschlossen würden.

Davon könnten auch die anderen Reedereien profitieren. Dadurch, dass Hamburg bei der HHLA mit 50,1 Prozent auch weiterhin die Mehrheit halten werde, seien auch die Interessen der Stadt und der Beschäftigten gesichert, sagte sie.

Da künftig nur noch zwei Partner an der HHLA beteiligt seien, werde die Steuerungsfähigkeit der Stadt „erheblich verbessert - und zwar im Sinne der Beschäftigten“, sagte der Co-Vorsitzende und Wirtschaftsexperte der Grünen-Fraktion, Dominik Lorenzen. Bislang hält die Stadt knapp 70 Prozent an dem Terminalbetreiber, der Rest befindet sich im Streubesitz.

Kritik: Deal intransparent, riskant, faktisches Monopol mit starker Hebelwirkung

CDU-Fraktionschef Dennis Thering warf dem Senat vor, jahrelang zugesehen zu haben, „wie der Hafen im internationalen Vergleich immer weiter zurückgefallen ist“. Die jetzt angestrebte Kooperation mit der in Genf ansässigen MSC sei intransparent und übereilt. Er sprach Rot-Grün ab, eine klare Strategie für die Entwicklung des Hafens zu haben. „Wieso sind private Investoren nicht Teil des neuen Hafenentwicklungsplans?“, fragte er.

Die 49,1-Prozent-Beteiligung der MSC an der HHLA sei riskant, warnte der hafenpolitische Sprecher der Linken, Norbert Hackbusch. „Mit dieser Aktion schmeißen sie sich einem einzigen Reeder an den Hals und machen sich von ihm abhängig (...) Sie können keine einzige Investition im Hafen mehr tätigen, wenn der strategische Partner nicht mitmacht.“

Rot-Grün habe den Hafen jahrelang vernachlässigt „und sich so selbst unter Zugzwang gesetz“, sagte auch die FDP-Abgeordnete Anna von Treuenfels-Frowein. „Gleichwohl ist nicht nachvollziehbar, warum MSC nicht wie üblich nur an einem Terminal beteiligt wird, sondern gleich an der gesamten Holding.“ MSC erhalte damit eine faktische Monopolstellung mit einer starken Hebelwirkung.

Finanzsenator: Andere mögliche Partner waren nur an Übernahme interessiert

Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) betonte, das man auch mit anderen möglichen Kooperationspartnern gesprochen habe und „dass unsere Hand natürlich ausgestreckt war“. Dabei sei es den Gesprächspartnern aber immer um eine Übernahme der Mehrheit an der HHLA gegangen.

Im Zentrum habe für die Stadt immer gestanden, steuerungsfähig zu bleiben und die Mitarbeiterrechte zu schützen. Und diese Interessen blieben bei der Partnerschaft mit MSC gewahrt. Auch seien Gespräche mit Wilhelmshaven und Bremerhaven über Terminal-Kooperationen bekanntermaßen ohne Erfolg geblieben.

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