Das Netz hat viele Stimmen, eine davon ist voller Anteilnahme: "Sie wollten Ihre bestellten Waren wirklich alle verschenken? Und keine davon ist pünktlich angekommen?" Wie peinlich, wie furchtbar leid ihr das doch tue, klagt die 01805-Stimme, "aber das Wetter vor Weihnachten war schuld". Bei dem Schneechaos wurde zu spät an die Postfrachtzentren ausgeliefert, "was ziemlich oft vorgekommen ist, muss ich leider zugeben". Immerhin: Von drei Bestellungen bei besagter Stimme hat eine ihr Ziel gefunden – am 27. Dezember 2001. Der singende Plüsch-Elch zum Entspannen Bescherung bei LOGISTIK inside: Statt die meterlangen Kassenschlangen in deutschen Kaufhäusern zu verlängern, erlag die Redaktion den Weihnachtsversprechungen des Onlinehandels. "Am 20. Dezember bestellt, bis zum Fest geliefert", hieß es bei Otto.de. Flott wandern vier Espressotassen und das Spiel "Carcassonne" am 17. Dezember, ein dreiteiliges Schreibset am 20. Dezember in die virtuelle Einkaufstüte. Konkurrent Tchibo will auf Nummer sicher gehen, und gibt sich drei Tage mehr Zeit: Am 17. Dezember schwirrt die Bestellung für zwei Taschenheizkissen, eine Universalreibe und eine Sportbrille über die Drähte. Gleichzeitig erhält Quelle.de den Auftrag für den singenden Plüsch-Elch ("Jingle Bells"), die Duftlampe "Ofen" und den ersten Band des Magierbestsellers Harry Potter. Zu guter Letzt: Amazon.de. "Entdecken, einkaufen, verschenken, entspannen" blinkt es auf der Homepage. Wir sind entzückt: Unsere Wunschliste wird am 17. Dezember um das Taschenbuch "Generation Golf" und das Video "Chocolat" länger. Als Nachzügler lassen wir uns von Amazon.de am 20. Dezember die Filmmusik zu "Amélie" in den Sack packen. Und entspannen. Leichter leben Wir sind nicht allein: Jeder sechste Surfer, so das Ergebnis einer Forsa-Studie, will künftig einen Teil seiner Einkäufe im Internet erledigen. "Online einkaufen erleichtert das Leben" – davon sind 62 Prozent der Deutschen überzeugt, und wandern lieber über den Datenhighway als durch den Schnee. Beim Weihnachtsgeschäft rechnete Amazon schon am 23. Dezember mit einem Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Versandhändler Quelle hat von Anfang Januar bis Ende November allein über seine eigene Webseite 512 Millionen Euro umgesetzt. Otto rangiert mit einem weltweiten Onlineumsatz von 2,1 Milliarden US-Dollar auf Platz zwei hinter Amazon. Das Hamburger Versandhaus geht davon aus, innerhalb der nächsten zehn Jahre ein Fünftel seines Gesamtumsatzes über das weltweite Warenhaus Internet zu erwirtschaften. Weiter zu Onlinehändler im Test (Teil 2): Flanieren per Mausklick Onlinehändler im Test (Teil 3): Retourkutsche Onlinehändler im Test (Teil 4): Usability - Der K(r)ampf ums gute Design
Onlinehändler im Test: Schöne Bescherung
Kein Schneematsch, keine überfüllten Kaufhäuser, kein stundenlanges Anstehen: die Geschenke zum vergangenen Weihnachtsfest kaufte <i>LOGISTIK</i> inside online ein. Fulfillment oder nicht? Wir haben vier Anbieter unter erschwerten vorweihnachtlichen Bedingungen getestet.