Online-Mautserie: Grenzerfahrungen, Teil III

14.01.2005 13:26 Uhr

Auch auf der viel befahrenen Inntalroute gab es Entwarnung: Erst in der zweiten Mautwoche stieg die Nachfrage nach den Tickets und damit auch nach Beratung

Österreich – Alpenidyll und italienisches Nummernwirrwarr

Nummern merken reicht nicht. Diese Erfahrung mussten viele ausländische Trucker machen, die sich in den vergangenen 14 Tagen manuell an einem der Mautterminals einbuchen wollten. "Die italienischen Fahrer wissen oft nur die Nummer der Ausfahrt, bei der sie die Autobahn verlassen wollen", erklärte Anfang der Woche einer der Mautberater am deutsch-österreichischen Grenzübergang Kufstein/Kiefersfelden. "Und die ist leider nicht im System hinterlegt, da muss schon der vollständige Name eingegeben werden." Kein wirkliches Problem für die Mitarbeiter des Toll-Collect-Teams, die den (sprach-) unkundigen Fahrern in den ersten beiden Wochen an den Terminals zur Seite standen. Gerade an der viel befahrenen Inntalroute hatten die eigens geschulten "Experten" aber zunächst wenig zu tun. Erst in der zweiten Mautwoche stieg die Nachfrage nach den Tickets und damit auch nach kompetenter Beratung. Die kilometerlangen Warteschlangen, die viele befürchtet hatten, blieben jedoch zumindest an der österreichischen Grenze aus. Im Vergleich zu den vorab verbreiteten Horrorszenarien also ein nahezu reibungsloser Mautstart in Kiefersfelden. Als Problem erwies sich für einige LKW-Lenker allerdings der zugewiesene Zeitraum, in dem die Autobahnfahrt abgeschlossen sein muss. Bei längeren Staus oder wenn die maximale Lenkzeit erreicht ist, müsse man unterwegs ein Terminal suchen, stornieren und wieder neu einbuchen, so die Klage eines Fahrers. Denn an der Staatsgrenze könne man oft noch nicht sagen, in welche Etappen die gesamte Strecke einzuteilen ist. Und auch die Bargeld-Terminals gaben verschiedentlich Anlass zum Ärger: Nachdem diese Geräte nur mit Scheinen gefüttert werden können, ihrerseits aber Münzen als Restgeld ausgeben, durften einige Trucker einen mehr als prall gefüllten Geldbeutel mit in die Hütte nehmen. "Maut-Atlas" schultert die meisten Probleme Als gefragtes Hilfsmittel hat sich hingegen der "Maut-Atlas" erwiesen, den Toll Collect seiner Beratungsmannschaft und den Brummifahrern zur Verfügung stellt. Hier sind alle Terminalstandorte ebenso wie die Servicepartner für den OBU-Einbau in ganz Deutschland aufgeführt. Leider fehlen in diesem Werk jedoch die Nummern der Autobahnabfahrten (siehe oben). Die Atlanten sind kostenlos bei den Mautberatern erhältlich, können aber auch bei Toll Collect unter der Telefonnummer 0180/2 86 55 26 angefordert werden. (von R. Gebhardt) Weitere Informationen rund um die neue Schwerverkehrsabgabe in Deutschland finden Sie in der Infoline LKW-Maut von VerkehrsRundschau Online.

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