NOL-Chef wirbt um Vertrauen bei Hapag-Llyod

20.08.2008 14:12 Uhr
Hapag Lloyd 290
Hapag Llyod sucht weiterhin einen Käufer (Bild: ddp)
© Foto: ddp

Hamburger Traditionsunternehmen könnte unter eigenen Namen weiterhin als Reederei agieren

Hamburg. Die an einem Kauf der TUI-Tochtergesellschaft Hapag-Lloyd interessierte Reederei Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur versucht, Ängste der Hamburger Beschäftigten zu zerstreuen. Eine Übernahme sei das Beste, was den Arbeitnehmern von Hapag-Lloyd und Hamburg passieren könne, sagte NOL-Vorstandschef Ron Widdows der Tageszeitung „Financial Times“. Widdows deutete an, dass Hapag-Lloyd auch nach einer Übernahme durch NOL den Traditionsnamen behalten dürfe. Hinter NOL steht die singapurische Staatsholding Temasek. Am Dienstag hatten 300 Beschäftigte von Hapag-Lloyd vor der Botschaft Singapurs in Berlin gegen eine Übernahme durch NOL protestiert. Der Tourismuskonzern TUI will sich von seiner Container-Schifffahrt trennen. Im Rennen um die Hapag-Lloyd-Sparte sind noch ein Hamburger Konsortium sowie NOL. Medienberichten zufolge will TUI vier Milliarden Euro aus dem Verkauf erlösen. Hapag-Lloyd hat 133 Containerschiffe, die über eine Gesamtkapazität von 499.000 Standardcontainern (TEU) verfügen. Weltweit beschäftigt Hamburger Traditionsunternehmen insgesamt 8300 Menschen, davon 7723 in der Containerschifffahrt. Der Buchwert von Hapag-Lloyd soll bei etwa 3,5 Milliarden Euro liegen. Der Betriebsrat von Hapag-Lloyd hat sich für eine Übernahme durch die Hamburger Gruppe ausgesprochen, die vom Hamburger Senat mit einem dreistelligen Millionenbetrag unterstützt wird. „Hapag-Lloyd gehört zu Hamburg“, bekräftigten am Dienstag auch die Reederei-Mitarbeiter. Bei einer Übernahme durch NOL wird in der Hansestadt der Abbau von Arbeitsplätzen und eine Schwächung des Standorts Hamburg befürchtet. In der Hansestadt beschäftigt Hapag-Lloyd rund 2000 Mitarbeiter. Widdows versuchte diese Bedenken mit dem Beispiel eines früheren Übernahmegeschäfts zu entkräften. Beim Kauf der in Kalifornien ansässigen APL-Reederei, die ähnlich wie Hapag-Lloyd auf eine 160-jährige Firmengeschichte zurückblicken kann, habe sich NOL vor knapp elf Jahren auch für die Beibehaltung der Marke APL entschieden. Viele APL-Beschäftigte hätten damals ähnliche Bedenken gehabt, wie nun die Hapag-Lloyd-Mitarbeiter in Hamburg. „Tatsache ist aber, dass APL ohne die Übernahme heute nicht mehr existieren würde.“ Ende Juli hatte NOL bekannt gegeben, im Übernahmefall die Sparte APL mit Hapag-Lloyd zusammenzuführen. (dpa)

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