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Niedersachsen plant Pilotprojekt gegen Eisenbahnlärm

Die Umrüstung der Waggons mit einem neuen Bremssystems kostet je nach Typ pro Wagen etwa 2000 bis 4000 Euro
© Foto: ddp

Auf der Strecke Bremerhaven-Hamburg sollen im kommenden Jahr 100 Containerwagen mit speziellen Bremsen getestet werden


Datum:
13.09.2010
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Hannover. Niedersachsen plant ein Pilotprojekt zur Eindämmung des Eisenbahnlärms, der mit dem wachsenden Güterverkehr aus den norddeutschen Häfen weiter zunehmen wird. Für den Einsatz auf der Strecke Bremerhaven-Hamburg sollen 100 Containerwagen mit besonders leisen neuartigen Bremsen ausgerüstet werden, teilte das Verkehrsministerium in Hannover mit. Die technische Erprobung des neuen Bremssystems solle die europaweite Zulassung beschleunigen. Vom Einsatz der Güterwagen mit Kunststoff- statt Metallbremsbacken verspricht man sich eine Halbierung des Lärms. Niedersachsen will den Umbau der Wagen der privaten EVB-Bahn mit bis zu 100.000 Euro bezuschussen. Angestrebt ist ein Start des Projekts bis Ende 2011.

"Lärmschutz an Bahnstrecken ist ein schwieriges Geschäft", erklärt Referatsleiter Hans-Peter Wyderka vom Verkehrsministerium. In der Regel werden nur Aus- und Neubaustrecken mit Schutzwänden versehen. In Niedersachsen sind es derzeit die Verbindungen von Lüneburg Richtung Hamburg, von Hildesheim Richtung Braunschweig sowie die Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven zum Jade Weser Port. Für nachträgliche Lärmsanierung an bestehenden Strecken stehen bundesweit jährlich 100 Millionen Euro zur Verfügung. "Da wird man in 100 Jahren noch am Bauen sein und noch nicht alle zufrieden stellen." 266 Kilometer Bahnstrecke sind in Niedersachsen für eine Lärmsanierung vorgemerkt.

Überlegungen, den Lärm der Züge an der Quelle zu bekämpfen, statt viel Geld in Lärmschutzwände zu investieren, gebe es deshalb seit längerem. Während ein Kilometer Lärmschutzwand rund 1,5 Millionen Euro verschlingt, kostet der Einbau eines neuen Bremssystems je nach Typ pro Wagen etwa 2000 bis 4000 Euro.

Allerdings stammen die 150.000 in Deutschland eingesetzten Güterwagen, die für einen erheblichen Teil des Eisenbahnlärms verantwortlich sind, außer von der Deutschen Bahn von einer Vielzahl privater und ausländischer Bahnfirmen. "Es reicht nicht, die deutschen Wagen umzurüsten, wenn die Holländer mit alten Wagen durch Deutschland nach Polen fahren", so Wyderka. Inzwischen werden neue Wagen nur noch mit leisen Bremsen geliefert, es sind aber erst etwa 10.000 moderne Wagen in Deutschland im Einsatz. Wegen der langen Lebensdauer von Güterwaggons von teils mehr als 50 Jahren kommt die Modernisierung nur schleppend voran. Nur die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben ihre Flotte bereits komplett umgestellt.

Um einen Anreiz zur Modernisierung der Güterwagen zu geben, ist eine lärmabhängige Staffelung der Trassenpreise in der Diskussion, die Bahnunternehmen für die Nutzung der Strecken zahlen müssen. Dies werde außer durch Bedenken der Bahnfirmen auch durch organisatorische Probleme gebremst, meinte Wyderka. Da es bislang gar keinen elektronischen Wagenkataster gebe, könne nicht erfasst werden, welche Wagen mit welchen technischen Eigenschaften in einem Zug zusammen rangiert seien. (dpa)

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