Den Haag. Die niederländische Regierung hat die Weichen für eine Teilprivatisierung der Betreibergesellschaft des Flughafens Amsterdam-Schiphol gestellt. Danach stimmte das Kabinett auf seiner jüngsten Sitzung dem Vorschlag aus dem Verkehrsministerium zu, einen Teil der mehrheitlich im Eigentum des niederländischen Staates befindlichen Anteile an der Amsterdam-Schiphol NV über einen Börsengang zu verkaufen. Wie das Verkehrsministerium mitteilte, erfolgte keine Festlegung bezüglich des genauen Umfangs des Aktienpaketes sowie des Zeitpunkt eines Börsengangs. Mit der Entscheidung trage man den „rasanten Veränderungen in der internationalen Luftverkehrsbranche" Rechnung. Auch andere große Airports seien inzwischen privatisiert oder teilprivaitisiert worden. Durch einen Börsengang könne für eine weitere Expansion benötigtes Kapital eingeworben werden. Das niederländische Kabinett sieht die künftige Rolle des Staates beim Flughafen Amsterdam-Schiphol auf die eines „Aufsicht führenden Organs" beschränkt, das gegebenenfalls steuernd eingreift. Neben dem niederländischen Staat halten die Stadtgemeinde Amsterdam noch 21,8 Prozent sowie die Stadt Rotterdam 2,4 Prozent der Anteile am Airport. Der niederländische Staat hält seit 1958 die Aktienmehrheit. Die Flughafen-Gruppe ihrerseits ist an einer Vielzahl von Einrichtungen und Firmen beteiligt. Sie arbeitet unter anderem mit der deutschen Fraport AG zusammen. Die Betreibergesellschaft Amsterdam-Schiphol NV erwirtschaftete 2003 einen Netto-Umsatz von 860 Millionen Euro. Das Frachtaufkommen lag bei 1,3 Millionen Tonnen. (vr/eha)
Niederlande: Kabinett will Airport Amsterdam an die Börse bringen
Umfang des Aktienpakets und Zeitpunkt des Börsengangs noch offen