Brüssel. Wer Fracht mit LKW und Bahn kombiniert zum Kunden bringen will, braucht bald eine neue Erkennungsnummer für die Transportbehälter, den ILU-Code. Mit ihm sollen Informationen über den Behälter, der auf den Zug kommt, schnell, einfach und standardisiert abgefragt und immer dem Eigentümer zugeordnet werden können. Und das mit den gleichen Geräten, die schon für das Lesen der BIC-Codes verwendet werden.
Vier Buchstaben, sieben Ziffern
Der ILU-Code – was als Abkürzung des englischen „Intermodal Loading Unit“ steht, zu deutsch intermodale Ladeeinheit – besteht aus vier Buchstaben, dem registrierten „Eigentümerschlüssel“, aus denen der Besitzer abgelesen wird. Danach folgen sechs Zahlen plus eine Prüfziffer. „Eine Firma kann mit einem ILU-Eigentümerschlüssel also 999.999 Behälter auszeichnen“, sagt Martin Burkhardt, Generaldirektor der Internationalen Vereinigung der Gesellschaften für den Kombinierten Verkehr Schiene-Straße, UIRR. Die UIRR ist mit der Vergabe der ILU-Codes von der Industrie beauftragt worden. Der Entschluss dazu fiel 2010, als man sich auf europäischer Ebene auf die Einführung des ILU-Codes geeinigt hatte.
Damals, so führt Burkhardt aus, wurden auch Änderungen an dem gelben Kodifizierungsschild beschlossen, das die Eignung von Wechselbehältern und kranbaren Sattelanhängern für den Bahntransport bestätigt und den Profilcode enthält. Das Schild wurde um einige Angaben erweitert, was eine schnellere Verladung auf die Bahn ermöglicht. Auf die Nummer, die einen Hinweis auf den Eigentümer gab, kann auf dem Schild verzichtet werden – diese Funktion übernimmt der ILU-Code. Die Hersteller der Behälter können diese daher bereits kodifiziert ausliefern. Der Eigentümer muss das nicht mehr selbst veranlassen.
ILU-Code ist ab 1. Juli 2014 Pflicht
Der ILU-Code wird europaweit gültig, aber auch nötig sein. Wer ab 1. Juli 2014 einen Behälter von LKW und Bahn transportieren lassen möchte, muss einen ILU-Code haben. Sonst soll der Transport von der Bahn abgelehnt werden. „Betroffene Unternehmen sind all diejenigen, die den Transport Straße-Schiene nutzen wollen, also jeder Eigentümer eines Behälters oder Halter oder Leasingnehmer mit voller Verfügungsgewalt wie ein Eigentümer“, erklärt Martin Bulheller vom Speditionsverband BGL. Er begrüße die Einführung des ILU-Codes, erklärt er „Beim Verkauf einer Ladeeinheit wird künftig keine Neukodifizierung mehr erforderlich sein: Der alte Eigentümer entfernt seinen Eigentümercode und der neue bringt seinen auf der Ladeeinheit an.“
„Auch wirtschaftliche Gesichtspunkte sprechen für den ILU-Code“, sagt Ingo Hodea vom Speditionsverband DSLV. Denn der neue Code müsse nur einmal beantragt werden, während das bisherige Kodifizierungsschild für jede Ladeeinheit neu gebührenpflichtig war. 250 Euro kostet die Registrierung bei UIRR. Burkhardt weist auf den Vorteil hin, sich schon jetzt um einen Code zu kümmern. „Noch sind Buchstabenkombinationen frei, man kann sich also mit hoher Wahrscheinlichkeit noch etwas firmenspezifisches wählen“, sagt er.
Mehr Infos im Internet unter www.ilu-code.eu