Hamburg. Der Hamburger Hafen hat beim Containergeschäft bis 2025 ein noch größeres Marktpotenzial als bisher angenommen. Demnach sind für Deutschlands größten Universalhafen bis zu 31 Millionen Standardcontainer (TEU) Jahresumschlag erreichbar. Die jährliche Zuwachsrate im Containersegment liegt bei gut fünf Prozent. Zu dieser Einschätzung kommen das Bremer Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) sowie das US-Fachinstitut „Global Insight“ in eine neuen Studie, die die Hamburg Port Authority (HPA) in Auftrag gegeben hatte. In den bislang vorliegenden Studien könnte Hamburg bis 2025 auf einen Containerumschlag von 25 Millionen TEU kommen. Als nächst erreichbare Zielmarke steuert der Elbe-Hafen 18 Millionen TEU bis 2015 an. Das deutlich höhere Marktpotenzial lässt nach Darstellung der HPA neben den „einschlägigen Statistiken“ auch vermehrt „marktnahe Erfahrungen“ von den verschiedenen Akteuren der Seehafenverkehrswirtschaft einfließen. Nicht nur beim Containerumschlag wird Hamburg zulegen. Auch der Gesamtumschlag sowie die Güterbewegungen in den anderen Teilmärkten wird sich weiter erhöhen, wobei die Zuwachsraten allerdings geringer ausfallen als beim Boxen-Umschlag, erwarten die Autoren der Studie. Die Logistik-Experten berücksichtigten auch Marktwirkung des Jade-Weser-Port (JWP), dessen Inbetriebnahme 2010/2011 erfolgen soll, auf Hamburg. Demnach wird der neue Tiefwasserhafen Ladungsmengen auf sich ziehen, die für den Ostseeraum bestimmt sind und die zu einem nicht unerheblichen Teil über den Elbe-Hafen laufen. Für den Hamburger Hafen gehören die Ostsee-Feeder-Verkehre seit Jahren zu den am stärksten wachsenden Verkehren. Zur Einschätzung: Im ersten Halbjahr 2008 wurden in Hamburg gut 1,3 Millionen TEU an Einheitsbehältern für den Ostseeraum umgeschlagen (Gesamtumschlag im 1. Halbjahr: 5 Millionen TEU). Trotzdem bleibe der Ostseeraum für den Hamburger Hafen von großer Wichtigkeit, meint die HPA. Dass das Erschließen des Marktpotenzials allerdings entsprechende Vorleistungen des Hamburger Hafens voraussetzt, betont die HPA auch. „Wie viel Hamburg davon nutzen kann und will, ist nicht zuletzt eine politische Entscheidung“, betont Jens Meier, Geschäftsführer der HPA. Zu den wichtigen Hausaufgaben gehört neben der Elb-Fahrrinnenanpassung auch der weitere Terminal-Ausbau sowie die Ertüchtigung der Hafen – und Hinterland-Infrastruktur. (eha)
Neue Studie: Hohes Umschlagwachstum in Hamburg möglich
Hamburger Hafen könnte bis 2025 eine Leistung von bis zu 31 Millionen Container erreichen – Jade-Weser-Port dürfte bei den Ostseefeeder-Verkehren punkten