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Neue Gerüchte: VW vor Einstieg bei Isuzu

© Foto: ddp/Philipp Guelland

Angeblich soll Volkswagen mit einem Einstieg beim japanischen Transporterbauer Isuzu liebäugeln. Das würde den Konzern vor allem in Asien stärken


Datum:
14.04.2011
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Wolfsburg. Europas größter Autobauer liebäugelt auf seinem Weg an die Weltspitze jetzt angeblich mit einem Einstieg oder einer Übernahme beim japanischen Transporterbauer Isuzu. Auch wenn die Japaner ein solches Projekt umgehend zurückwiesen - das Dementi aus der Wolfsburger Konzernzentrale klang nur halbherzig: „Eine Beteiligung steht derzeit nicht zur Entscheidung an." Mag heißen: Grundsätzliches Interesse, aber nicht heute oder morgen?

Ein Hindernis könnte sein, dass ausgerechnet Hauptrivale Toyota an Isuzu mit sechs Prozent beteiligt ist - der weltgrößte Autobauer, den VW bis 2018 vom Thron stoßen will. Doch der mächtige VW-Partriarch, Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, agierte schon mehr als einmal nach der Devise in dem bekanntesten Werbeslogan des Konkurrenten: „Nichts ist unmöglich."

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern könnte Isuzu Volkswagen im Nutzfahrzeuggeschäft vor allem in Asien stärken. Andererseits habe VW derzeit schon genug offene Großbaustellen - wie die Integration von Scania, MAN und Porsche. „Das wäre wohl etwas zu viel des Guten", sagt der Experte der Nord/LB, Frank Schwope.

Nach seiner Meinung würde VW gut daran tun, sich nicht mit zu vielen Marken zu übernehmen. „Irgendwann funktioniert das Geschäft nicht mehr, wenn der Konzern zu komplex wird", sagt er. Allerdings habe VW im Segment der leichten Nutzfahrzeuge und Pickups in Asien und im wichtigen chinesischen Markt eine Riesenschwäche. Genug Geld hat der Wolfsburger Konzern in der Kasse - Ende 2010 waren 18,6 Milliarden Euro - 75,2 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Damit sind die Wolfsburger gut gerüstet für anstehende Herausforderungen.

Ganz oben auf der Agenda steht sicher die Eingliederung des Sportwagenbauers Porsche unter dem Dach des VW-Konzerns - die dürfte sich jedoch wegen juristischer Streitereien verzögern. Piëch, der an diesem Sonntag 74 Jahre alt wird, drängt zudem mit Macht auf eine Stärkung des LKW-Geschäfts. Die Bemühungen um einen Zusammenschluss von MAN mit der VW-Tochter Scania dümpeln schon lange vor sich hin - zuletzt behindert durch den Streit mit dem neuen arabischen Eigentümer der früheren MAN-Tochter Ferrostaal über den Umgang mit einem erst nach der Übernahme bekanntgewordenen Schmiergeldskandal bei Ferrostaal.

In Japan hat VW mit seiner 20-Prozent-Beteiligung an Suzuki bereits einen Partner. VW-Chef Martin Winterkorn möchte die Partnerschaft ausbauen. Vorteile sehen die Wolfsburger dabei vor allem im Geschäft mit Kleinwagen für die Schwellenländer, zum Beispiel in Indien. Hinter den Kulissen heißt es aber, die Zusammenarbeit laufe wegen der Kulturunterschiede etwas schleppend.

Isuzu ist vor allem im Segment der leichteren Lastwagen und Pick-ups tätig und könnte die VW-Nutzfahrzeugsparte in Hannover stärken. Das Geschäft dort ist zuletzt zwar glänzend gelaufen, aber Lücken gibt es noch in den asiatischen Märkten. Gegen die dortigen LKW-Bauer könne man preislich kaum konkurrieren, heißt es in der Branche.

Vor allem mit dem neuen Pick-up Amarok will VW künftig auf den internationalen Märkten punkten. Um die wachstumsstärkste Region der Welt, den Asien-Pazifik-Raum, zu erobern, sondiert VW Nutzfahrzeuge mittelfristig auch Möglichkeiten einer lokalen Produktion, berichtete Markenchef Wolfgang Schreiber kürzlich. Der asiatische Markt könne ohne eigene lokale Produktionskapazitäten nicht erobert werden. (dpa) 

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