Rostock/Hamburg. Der ehemalige Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU) muss sich wegen des Verdachts auf Meineid erneut mit der Justiz auseinander setzen. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" soll Krause im Herbst 2002 bei der Liechtensteiner Justiz unter Eid ausgesagt haben, nie geschäftliche Beziehungen zu dem Lobbyisten Dieter Holzer unterhalten zu haben. Die Liechtensteiner Justiz verdächtigt den Geschäftsmann Holzer im Zusammenhang mit dem Verkauf der ehemaligen DDR-Firmen Leuna und Minol an den französischen Mineralölkonzern Elf Aquitaine der Untreue, Geldwäsche und der "Bildung einer kriminellen Organisation",schreibt der "Spiegel". Dokumente von Ende des vergangenen Jahresbelegten nun das Gegenteil von Krauses Aussage. Holzers Firma Delta International Trading soll einem Züricher Unternehmen, an dem Krause beteiligt war, 600.000 Mark überwiesen haben, angeblich als Kredit. Die Staatsanwaltschaft Rostock ermittle nun gegen Krause. Diese war aber am Samstag auf dpa-Anfrage zu keiner Stellungnahme bereit. Krause war zunächst nicht zu erreichen. Er kommentierte laut "Spiegel" die neuen Vorwürfe mit: "Davon ist mir nichts bekannt." Krause war im Dezember 2002 vom Landgericht Rostock wegen Betrugs, Untreue und versuchter Steuerhinterziehung in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. (vr/dpa)
Neue Ermittlungen gegen Ex-Bundesverkehrsminister Krause
"Spiegel": Verdacht auf Meineid im Zusammenhang mit Leuna-Affäre