Nachtflugverbot in Frankfurt gefährdet 30 Prozent des Frachtaufkommens am Drehkreuz

09.12.2009 15:19 Uhr
Flughafen Frankfurt
Kritik am Nachtflugverbot auf dem Airport Frankfurt/Main
© Foto: Torsten Silz

Lufthansa Cargo-Vorstand Karl-Heinz Köpfle geht davon aus, dass Hessen in Revision gegen Kassel-Urteil geht

Frankfurt/Main. Karl-Heinz Köpfle, im Lufthansa-Cargo- Vorstand für den Bereich „Operations“ verantwortlich, glaubt nicht, dass ein Nachtflugverbot in Frankfurt tatsächlich umgesetzt wird: „Ein Nachtflugverbot wäre katastrophal aber wir gehen davon aus, dass wir noch etwas bewegen können,“ sagte Köpfle anlässlich eines Mitgliederteffens des Aircargo Club Deutschland (ACD) in Frankfurt. Er gehe davon aus, dass die Hessische Landesregierung sich für eine Revision gegen das Urteil des Kasseler Verwaltungsgerichtshofs zum Frankfurter Flughafenausbau entscheidet. Die Frist hierfür endet am 4. Januar. Der VGH Kassel hatte Ende August die Genehmigung für den Ausbau zwar grundsätzlich bestätigt, aber Zweifel an der vorgesehenen Zahl von 17 Nachtflügen angemeldet. Köpfle kritisierte, dass Politik und die Flughafengesellschaft Fraport im laufenden Verfahren nicht deutlich genug zum Ausdruck brächten, welche Konsequenzen ein totales Nachtflugverbot für den Wirtschaftsstandort Frankfurt hätte. LH Cargo fliegt insgesamt 60 Prozent des Frachtaufkommens am Frankfurter Drehkreuz, rechnete Köpfle vor. 50 Prozent davon entfielen als „Belly-Fracht“ auf die Zuladung in Passagiermaschinen. Ein Nachtflugverbot würde LH Cargo in seiner Existenz bedrohen. Wenn LH Cargo seine Fracht-Aktivitäten in Frankfurt einstellen müsste, gingen daher mindestens 30 Prozent der Frachtkapazität in Frankfurt verloren. „Diese Mengen würden sicher nicht an einen anderen deutschen Flughafen verlagert“, prognostizierte Köpfle. Stattdessen würden die Waren per LKW an andere europäische Drehkreuze geschafft. Köpfle verteidigte die Notwendigkeit für eine Mindestanzahl von Nachtflügen: „Es gibt in der verladenen Wirtschaft in der Region einen echten Bedarf an Flügen, die Waren im Nachtsprung an das Ziel bringen“, mahnte der Lufthansa-Vorstand vor den Mitgliedern des ACD. Der Aircargo Club setzt sich als Kommunikations- und Networkingplattform für die Förderung der Luftfracht ein. Die 250 Mitglieder repräsentieren einen Querschnitt aus Airlines, Speditionen und der verladenen Industrie. (diwi)

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