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Nach Chemiezug-Unfall: Bahnverkehr normalisiert sich

Ursache unklar: Am Freitagmittag sind acht Waggons mit explosivem Gefahrgut entgleist
© Foto: dapd/Winfried Rothermel

Ein Güterzug mit explosivem Gefahrgut ist auf der vielbefahrenen Bahnstrecke Karlsruhe-Basel entgleist / Die Bergung dauert an


Datum:
23.05.2011
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Müllheim. Drei Tage, nachdem im südbadischen Müllheim ein Güterzug mit Chemikalien entgleist ist, soll sich der Bahnverkehr an diesem Montag allmählich wieder normalisieren. Am Sonntagabend war zumindest ein Gleis an der Unglücksstelle wieder freigegeben worden.

Für Reisende zwischen Freiburg und Basel bedeutet das, dass sie nicht mehr in Busse und Nahverkehrszüge umsteigen müssen. Trotzdem wird es bis Mitte der Woche noch deutlich spürbare Einschränkungen auf der wichtigen Rheintalbahn geben, hieß es am frühen Montagmorgen.

Die Kapazität auf dem einen befahrbaren Gleis reiche nur für die Hälfte der Züge, die laut Fahrplan auf der Strecke unterwegs sein sollten, sagte ein Bahnsprecher. Die übrigen Züge enden weiterhin in Freiburg beziehungsweise Basel. Allerdings müssen die Passagiere dann nur einmal in einen anderen ICE umsteigen und nicht wie am Wochenende mehrmals zwischen Nahverkehrszügen und Bussen wechseln.

Verspätungen werde es aber schon jetzt kaum noch geben, sagte der Sprecher. Wenn Mitte der Woche dann ein zweites Gleis für den Verkehr geöffnet wird, soll sich die Lage weiter normalisieren.

Hintergrund

Der Güterzug mit explosivem Gefahrgut war auf der vielbefahrenen Bahnstrecke Karlsruhe-Basel entgleist. Wegen Explosionsgefahr wurden am Freitagnachmittag viele Gebäude in der südbadischen Kleinstadt Müllheim geräumt.

Nach Angaben der Bundespolizei waren gegen 13 Uhr acht Waggons eines Güterzugs aus den Schienen gesprungen. Vier davon stürzten um, von denen drei mit einem leicht entzündbaren giftigen Stoff beladen waren. Das Unglück geschah im etwas außerhalb gelegenen Bahnhof des Ortes. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. Die Unglücksursache war zunächst nicht bekannt. Der Güterzug war von Köln ins italienische Gallarate unterwegs.

Der entgleiste Güterzug hatte auch am Wochenende mit der Rheintalbahn eine zentrale Nord-Süd-Achse im europäischen Bahnverkehr lahmgelegt. Die Bergung der Waggons war komplizierter und langwieriger als erwartet. Hunderte Züge im Fern-, Nah- und Güterverkehr waren betroffen. Am Unglücksort waren bis zu 200 Helfer im Einsatz. Es entstand ein Millionenschaden. Die Unfallursache ist bisher unklar.

Die Bergung dauert an

An ein schnelles Aufräumen ist nun nicht zu denken. Zunächst müssen die umgestürzten Waggons geleert und die geladenen Chemikalien in andere Wagen umgefüllt werden. Erst danach können die entgleisten Güterzugwaggons weggebracht werden.

Auch nach den Bergungsarbeiten wird es noch eine Zeit dauern, bis wirklich alle Züge wieder nach Fahrplan fahren. „Das ist ähnlich wie bei einem Stau auf der Autobahn: Der löst sich auch erst langsam auf", sagte der Bahnsprecher. (dpa) 

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