Bozen. Die private Eisenbahngesellschaft Rail Traction Company (RTC) befindet sich nach ersten Anlaufschwierigkeiten auf Expansionskurs: Seit September ist ein neuer Shuttlezug auf der Strecke München-Brescia im Einsatz. RTC arbeitet dabei mit den Unternehmen Kombiverkehr aus Frankfurt und Lokomotion aus München zusammen. Speditionen und Transportunternehmen steht damit fünfmal pro Woche eine Verbindung zwischen Bayern und der Region um die Wirtschaftsmetropole Mailand zur Verfügung. "Momentan laufen auf der Strecke München-Verona zwei Doppelzüge, zwei Wechselaufleger sowie zwei Autozüge für Audi und VW", sagte RTC-Geschäftsführer und Präsident der Brennerautobahn AG, Ferdinand Willeit, auf einer Pressekonferenz in Bozen. Nächstes Jahr soll auf acht Doppelzüge aufgestockt werden: Dank neuer Loks kann das Problem anderer Stromnetze in Italien und Deutschland überwunden werden. In der Anlaufphase betrug das RTC-Defizit 800.000 Euro pro Jahr; heuer nur mehr 250.000 Euro. Ende 2003 will man schwarze Zahlen schreiben, kündigte Willeit an. RTC gehört zu 40 Prozent der Schienentransportgesellschaft STR, einer Tochter der Südtiroler Brennerautobahn AG. Das Unternehmen nahm am 16. Oktober 2001 die Fahrt auf und benützt seitdem die Brenner-Bahnstrecke. Danach übernimmt die deutsche Gesellschaft Lokomotion den Transport nach München. Die Liberalisierung des Eisenbahnverkehrs lief in Italien sachte an. Bisher hat das Verkehrsministerium erst 22 Lizenzen für die Güter- und Passagierbeförderung an private Gesellschaften vergeben. (vr/im)
München-Brescia: Neue Gütertransport-Verbindung
Neuer Shuttlezug von RTC auf der Strecke München-Brescia