Leipzig/Halle. Die Zahlungsfähigkeit der Mitteldeutschen Flughafen AG und ihrer Töchter ist nach den Worten eines Sprechers des Leipziger Unternehmens gesichert. Er widersprach damit einem Bericht der „Leipziger Volkszeitung“ (Samstag), demzufolge der Holding wegen eines Beihilfe-Streits mit der EU Millionen-Verluste drohen sollen. Demnach müsse für 2008 das Ergebnis um mehr als 50 Millionen Euro nach unten korrigiert werden, sollte eine Klage gegen die EU-Kommission scheitern, hieß es. Diese Einschätzung entbehre jeder Grundlage, sagte der Sprecher auf Anfrage. Es handle sich um vorsorgliche Rückstellungen, die in der Bilanz als Verluste auftauchten. Der Zeitungsbericht beruft sich auf einen Report der stadteigenen Beratungsgesellschaft für Beteiligungsverwaltung Leipzig (BBVL), in dem vor den möglichen Auswirkungen des Streits gewarnt wird, sollte sich Brüssel durchsetzen. Demnach werte die EU die Investitionen an den beiden sächsischen Flughäfen Leipzig und Dresden als Beihilfen. So würden unter anderem rund 350 Millionen Euro, die von den Gesellschaftern für den Bau der neuen Landebahn in Schkeuditz gezahlt wurden, als Darlehen angesehen und müssten verzinst werden. Allein dadurch drohten der Holding für 2008 Zahlungen von rund 40 Millionen Euro, schreibt die Zeitung. Die Sachverhalte seien in dem Report der BBVL nicht richtig dargestellt, sagte der Sprecher. Die EU-Kommission habe mit ihrer Entscheidung vom 23. Juli die Zahlung der Beihilfen ja gar nicht kritisiert. Sinn der Klage gegen die Kommission sei es lediglich, klären zu lassen, ob die EU beim Ausbau der Landesinfrastruktur überhaupt mitreden dürfe. Zur Mitteldeutsche Flughafen AG gehören die Tochtergesellschaften Flughafen Leipzig/Halle GmbH, Flughafen Dresden GmbH, PortGround GmbH und EasternAirCargo GmbH. Gesellschafter sind unter anderem die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie die Stadt Leipzig. Der Konzern beschäftigt direkt 962 Mitarbeiter und Auszubildende. (dpa)
Mitteldeutsche Flughafen AG ist zahlungsfähig
Sprecher widerspricht Zeitungsberichten über Millionen-Verluste