Dessau-Roßlau/Magdeburg. Angesichts der weltweiten Finanzkrise haben sich mehrere Länder-Verkehrsminister für eine Verschiebung des geplanten Börsengangs der Bahn ausgesprochen. Vor Beginn der Verkehrsministerkonferenz von Bund und Ländern in Dessau- Roßlau bezweifelten die Ressortchefs von Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Hessen am Dienstag, dass mit einem Börsengang noch im Oktober die bestmöglichen Einnahmen erzielt werden können. "Wir dürfen kein Geld verschenken", sagte Brandenburgs Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD). "Daher bin ich für eine Verschiebung des Börsenganges auf einen günstigeren Zeitpunkt." Die Mittel aus der Teilprivatisierung würden für dringend notwendige Investitionen ins Schienennetz benötigt. Der hessische Verkehrsminister Alois Rhiel (CDU) sagte im Deutschlandfunk, er habe große Zweifel, dass die angestrebten vier bis fünf Milliarden Euro wirklich am Markt erzielt werden könnten. Es sei unverantwortlich, dass für Schnäppchenjäger Tafelsilber verscherbelt werde. Auch der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Sachsen- Anhalts Ressortchef Karl-Heinz Daehre (CDU), sieht Fragezeichen. "Eine Verschiebung wäre im Interesse aller nicht verkehrt", sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Der Börsengang der Bahntochter DB Mobility Logistics, die den Güter- und Personenverkehr vereint, ist für den 27. Oktober geplant. Verkauft werden 24,9 Prozent der Anteile. Am Montag hatte sich bereits Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) zurückhaltend zu der Frage geäußert, ob durch Erlöse das notwendige Geld aufgebracht werden könne. Man sei noch in Gesprächen mit strategischen Investoren. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. (dpa)
Mehrere Verkehrsminister für Verschiebung des Bahn-Börsengangs
Ressortchefs von Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Hessen bezweifeln, dass mit einem Börsengang noch im Oktober die bestmöglichen Einnahmen erzielt werden können