Mauteinnahmen gestiegen – Lkw-Maut auch auf Bundesstraßen

17.07.2006 13:04 Uhr
Lkw Maut 172
Lkw-Maut spült mehr Geld in die Kassen und ist bald auf Bundesstraßen fällig (Foto: Toll Collect)

Im nächsten Jahr auch Maut auf einigen Bundesstraßen, die für Ausweichverkehre gentutz werden. Mauteinnahmen lagen in den ersten sechs Monaten bei 1,5 Milliarden Euro.

Berlin/Hamburg. Die Maut für Lastwagen soll von Januar 2007 an erstmals auch auf einige Bundesstraßen ausgedehnt werden. Die EU-Kommission habe grünes Licht für drei Streckenabschnitte gegeben, teilte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Montag in Berlin. Die Mauteinnahmen des Bundes seien im ersten Halbjahr um rund sechs Prozent auf 1,49 Milliarden Euro gestiegen. „Das Mautsystem hat unsere Erwartungen voll erfüllt“, sagte der Minister. Lastwagenfahrer sollen künftig Maut zahlen auf der Bundesstraße 75 im Süden Hamburgs zwischen den Autobahnen 261 und 253, in Schleswig-Holstein auf der Bundesstraße 4 nördlich der Autobahn 23 bis Bad Bramstedt und in Rheinland-Pfalz auf der Bundesstraße 9 zwischen der deutsch-französischen Grenze und der Anschlussstelle Kandel-Süd an der Autobahn 65. Insgesamt sei das Problem des Ausweichverkehrs jedoch geringer als zunächst erwartet. Die Länder hätten daher nur diese drei Strecken für die Maut vorgeschlagen. In diesem Jahr hätten die Mauteinnahmen des Bundes bereits mehrfach die Vergleichswerte aus dem Vorjahr übertroffen. Im Juni lagen die Einnahmen nach Angaben des Ministers bei 256 Millionen Euro. Insgesamt seien inzwischen 515.000 Fahrzeuge mit der On-Board-Unit ausgestattet. 90 Prozent der Fahrten würden inzwischen automatisch gebucht. Die Allianz pro Schiene begrüßte die geplante Maut auf einigen Bundesstraße. Das Bündnis kritisiert jedoch, dass die Länder dem Bund lediglich drei Bundesstraßenabschnitte vorgeschlagen haben. „Das Problem Ausweichverkehr wird weiterhin verharmlost. Unabhängige Untersuchungen zeigen, dass Lkw auf weit mehr Strecken ausweichen. Die Leidtragenden sind die Anwohner", erklärte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. Den ersten drei Abschnitten müssten bald weitere folgen.

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