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Maritime Wirtschaft: Chinesen blasen zur großen maritimen Offensive

Cesa-Präsident Bernard Meyer
© Foto: Eckhard-Herbert Arndt

China gewinnt zunehmend Bedeutung in den Bereichen Schiffsbau und Schiffsfinanzierung / Chinesische Handelsflotte wird systematisch ausgebaut


Datum:
06.09.2010
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Hamburg. China strebt mittel- und langfristig nach einer Weltmarktführerschaft in der maritimen Verbundwirtschaft, von den Werften, über die Zulieferer, die Schiffsfinanzierung bis hin zur Reedereiindustrie. Auf diese Entwicklung wies Bernard Meyer, Präsident des Europäischen Schiffbau-Verbandes CESA (Community of European Shipyards' Association), am Montag in Hamburg auf der Auftaktpressekonferenz zur Welt-Leitmesse "Schiff, Maschine & Meerestechnik" (SMM) hin. Sie wird am Montagabend offiziell eröffnet und geht bis zum 10. September.

China fasst zunehmend Fuß im Bereich Schiffsbau und sorgt hier für ein Überangebot

Meyer führte weiter aus, dass China seine Ziele im maritimen Bereich mit derselben Entschlossenheit und Zielstrebigkeit verfolge wie bereits in anderen Industrien. "Die politische Führung denkt in Zehnjahreszeiträumen, während wir in Europa gerade einmal in Quartalszeiträumen denken", stellte Meyer einen wichtigen Unterschied heraus. So habe das Land in den zurückliegenden Jahren mit großem Nachdruck seine Schiffbaukapazitäten ausgebaut. Sie würden bereits kurzfristig bewirken, dass weltweit ein erhebliches Überangebot an Werftkapazitäten bestehen. Schon jetzt sei zu beobachten, dass chinesische Werften ihren Mitbewerbern aus Südkorea und Japan wichtige Teilmärkte wie den Bau von Tankern und Massengutschiffen streitig machten. Diese Werften drängten ihrerseits auf andere Segmente im Schiffbau.

Auch in der Zuliefererindustrie, in der deutschen Unternehmen nach wie vor einen Spitzenplatz auf dem Weltmarkt hielten, drängten die Chinesen mit Macht hinein. In der Schiffsfinanzierung, die bislang von deutschen Banken dominiert wird, engagierten sich chinesische Finanzinstitute ebenfalls mit dem Ziel, ausländische Reeder als Kunden zu gewinnen, die dann ihre Schiffe in China bauen lassen.

Die chinesische Handelsflotte wächst und sorgt dabei für Konkurrenz für nicht-chinesische Reedereien

Beim chinesischen Schiffbau sei auch zu beobachten, dass der Anteil der für inländische Kunden gefertigten Frachter erheblich zunehmen. Zu vermuten sei daher, dass die chinesische Handelsflotte systematisch ausgebaut werden soll, auch mit dem zu vermutenden Ziel, nicht-chinesischen Reedereien verstärkt Paroli zu bieten. Meyer wörtlich: "In China passiert derzeit etwas, was wir in Europa noch nicht verstehen."

Für die maritime Wirtschaft als Ganzes stellten die verschiedenen Sprecher auf der Pressekonferenz eine allmähliche "Normalisierung der Verhältnisse" fest. Der maritime Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto, legte vor den versammelten Journalisten erneut ein Bekenntnis zur Bedeutung der maritimen Wirtschaft  ab. Sie sei "für eine Exportnation wie Deutschland eine strategisch wichtige und unverzichtbare Branche", sagte Otto.

Der SMM-Veranstalter Hamburg Messe freut sich über eine vollständig ausgebuchte Fachmesse. 2003 Aussteller aus 58 Ländern und damit noch einmal 40 Aussteller mehr als im bisherigen Rekordjahr 2008 stellten ihre Produkte aus, berichtete Messe-Chef Bernd Aufderheide. Angereichert werde die Großveranstaltung durch zahlreiche Symposien und Workshops. Darin spielen die Themen "Schifffahrt und Umwelt" sowie "Offshore" eine zentrale Rolle. (eha) 

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