München. Betriebsräte und Management des Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzerns MAN treffen sich voraussichtlich Mitte Oktober zu ersten Gesprächen über die geplante Umwandlung des Konzerns in eine europäische Aktiengesellschaft (SE). Als Termin sei der 16. Oktober angepeilt, sagte der neue Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Jürgen Dorn. Von Arbeitnehmerseite sollen insgesamt 26 Vertreter aus 18 Ländern, in denen der Konzern aktiv ist, an den Gesprächen teilnehmen. Sieben davon kommen aus Deutschland. Bei den Verhandlungen soll es um die Frage gehen, wie die Mitbestimmung im Konzern künftig geregelt wird. Allzu viel Zeit bleibt dafür nicht. Bis zur nächsten Hauptversammlung am 3. April nächsten Jahres müssen sich beide Seiten einigen und den Aktionären eine Lösung zur Abstimmung vorlegen. Zentraler Punkt der Gespräche dürfte sein, wie viele Mitglieder der Aufsichtsrat künftig hat. Davon hängt auch wiederum die Zahl der Arbeitnehmervertreter ab. Bislang hat das MAN-Aufsichtsgremium 20 Mitglieder, die Hälfte davon stellt die Arbeitnehmerseite. MAN ist tendenziell daran gelegen, die Zahl eher gering zu halten, um die Abläufe im Aufsichtsrat zu vereinfachen. Ein Sprecher des Unternehmens sagte auf Anfrage lediglich, der Konzern sei bemüht, "die Sache einfacher zu machen und nicht komplexer als vorher". Genauere Angaben wollte er allerdings nicht machen. Auch Dorn hielt sich zunächst mit konkreten Forderungen zurück. Mit Blick auf die derzeitigen Auseinandersetzungen zwischen Porsche und Volkswagen um die Mitbestimmung betonte er aber: "Es wird kein zweites Porsche geben." Bei dem seit Monaten andauernden Streit der Autobauer geht es um die Rechte der Beschäftigten beider Unternehmen, wenn VW in der Porsche Holding als Konzerntochter geführt wird. Die Stuttgarter haben 12.000 und VW rund 360.000 Mitarbeiter. Aus Sicht des VW-Betriebsrats geht die Mitbestimmungsvereinbarung deutlich zulasten der VW-Belegschaft. Auch Dorn bezog hier klar Stellung zugunsten der VW-Mitarbeiter: "Der Schwanz kann nicht mit dem Hund wedeln." (dpa)
MAN-Spitze verhandelt mit Arbeitnehmern über Umwandlung in SE
Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzerns soll zur europäischen Aktiengesellschaft werden