München. Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugekonzern MAN hat seine Neuordnung besiegelt und sieht sich selbst für eine größere Übernahme gut gerüstet. Zur heutigen Hauptversammlung gab der Aufsichtsrat grünes Licht für den Verkauf der Mehrheit an der Druckmaschinentochter MAN Roland an eine Beteiligungsgesellschaft der Allianz. „Die neue MAN ist damit konzentriert auf die Bereiche Transport, Antrieb und Energie“, sagte Konzernchef Hakan Samuelsson vor den rund 1600 Aktionären. Aktionärsvertreter lobten die Fortschritte seit Antritt Samuelssons vor knapp eineinhalb Jahren. Zum 1. Juli gibt der Konzern die Mehrheit an MAN Roland an eine Beteiligungsgesellschaft der Allianz ab. Dabei liege ein Unternehmenswert der MAN Roland Gruppe von 856 Millionen Euro zu Grunde, sagte Samuelsson. Die Kasse von MAN für mögliche Übernahmen sieht Samuelsson gut gefüllt. „Wir können heute sagen, dass uns auch eine größere Akquisition zumindest finanziell nicht vor Probleme stellen würde.“ Konkrete Übernahmeziele nannte er nicht, betonte aber: „Der Faktor Größe wird in Zukunft wichtiger, und das ist etwas, was wir berücksichtigen müssen.“ In den ersten vier Monaten blieb MAN vor allem dank der anhaltend lebhaften Nachfrage nach Lastwagen und Turbomaschinen auf Wachstumskurs. Die Umsätze legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 4,2 Milliarden Euro zu. Beim Auftragseingang verbuchte der Konzern ein Plus von 13 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Dabei ist allerdings ein Großauftrag des britischen Militärs aus dem Vergleichswert des vergangenen Jahres herausgerechnet, der allein ein Volumen von 1,4 Milliarden Euro hatte. Den Großauftrag einbezogen habe der Bestelleingang in den ersten vier Monaten dieses Jahres um elf Prozent unter Vorjahreswert gelegen, sagte ein Unternehmenssprecher. Für das laufende Jahr bekräftigte Samuelsson die Ziele. In einem erfreulichen wirtschaftlichen Umfeld werde man den Umsatz von 13 Milliarden Euro voraussichtlich um fünf Prozent steigern können. Die ursprünglich für 2007 angepeilte konzernweite Umsatzrendite von sechs Prozent solle noch in diesem Jahr überschritten werden. Von den geplanten Kostensenkungen stünden derzeit noch insgesamt 200 Millionen Euro aus. Der Schwerpunkt liege mit 150 Millionen Euro bei den Nutzfahrzeugen. Bei der Verbesserung der Kostenstruktur setzt MAN unter anderem auf ein neues LKW-Montagewerk in Krakau, das 2007 mit der Produktion beginnen soll. (dpa/sb)
MAN gerüstet für Übernahmen
Verkauf der Druckmaschinensparte füllt die Kassen: MAN-Chef Samuelsson plant Akquisitionen