Hamburg/Frankfurt. Der Warnstreik bei der Lufthansa hat am Donnerstagmorgen zum Ausfall von 28 Flügen mit insgesamt 2300 Passagieren an den wichtigsten deutschen Flughäfen geführt. Bei den meisten Flügen werde es Verspätungen von 20 bis 30 Minuten geben, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft der dpa. Er gehe aber davon aus, dass die Liste der ausgefallenen Flüge mit 22 innerdeutschen und 6 internationalen Verbindungen komplett sei. Die Lufthansa kritisierte den Warnstreik des Boden- und Kabinenpersonals in der laufenden Tarifrunde als ein "absolut falsches Signal". Der mehrstündige Warnstreik betraf mit Beginn der Frühschicht wie angekündigt Frankfurt, München, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Berlin und Stuttgart. Am größten deutschen Flughafen Frankfurt traten nach Angaben der Gewerkschaft ver.di rund 2000 Beschäftigte in den Warnstreik, davon allein 1000 im Bereich Technik. In Frankfurt wurden drei Flüge gestrichen. Die Lufthansa bemühe sich, zumindest die Interkontinentalverbindungen aus aufrecht zu erhalten, sagte ein Sprecher der Gesellschaft. Insgesamt wickelt die Lufthansa pro Tag etwa 1300 Flüge ab. In Berlin und Düsseldorf fielen jeweils sechs Flüge aus. In Hamburg wurden nach Angaben des Flughafens fünf Flüge gestrichen, in Köln drei, in Stuttgart eine Verbindung. Die seit Oktober laufenden Tarifgespräche für die 52.000 Beschäftigten am Boden und in den Kabinen waren am Dienstag ergebnislos abgebrochen worden. ver.di fordert neun Prozent mehr Geld und eine vom Unternehmenserfolg abhängige Gewinnbeteiligung und droht mit einer langen Auseinandersetzung. Die Lufthansa lehnt die Forderungen als "völlig überzogen" ab. Sie hat angeboten, die Einkommen Anfang 2003 um 2,4 Prozent und gegen Ende dieses Jahres noch einmal um 1,5 Prozent zu erhöhen. Vorgeschlagen wurde zudem eine Ergebnisbeteiligung sowie eine Einmalzahlung für November und Dezember 2002. (vr/dpa)
Lufthansa streicht 28 Flüge wegen Warnstreiks
Ver.di fordert neun Prozent mehr Geld und eine Gewinnbeteiligung