Jürgen Weber, Chef der Deutschen Lufthansa, hat sich erneut für eine rasche Senkung der Personalkosten ausgesprochen. Er stellte auch betriebsbedingte Kündigungen in Aussicht. "Es wird der Anstrengungen aller bedürfen, wenn wir in diesem Jahr nicht in die Verlustzone geraten wollen", sagte Weber am Rande des Besuches von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in Peking. Der Manager, der schon vor zwei Wochen auf die Einführung der Vier-Tage-Woche bei der Fluggesellschaft gefordert hatte, reagierte damit auf Äußerungen der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Jan Kahmann, Vorstandsmitglied von ver.di, hatte bereits eine Änderung der Lufthansa-Tarifverträge abgelehnt. Für eine verkürzte Arbeitswoche gebe es keinen Anlass, so Kahmann in einem Gespräch mit dem Vorstand der Lufthansa. Statt dessen müsse der Konzern freie Tage abbauen und unbezahlten Urlaub gewähren. Kurzarbeit sei in einigen Bereichen möglich. Dagegen betonte Weber, das Unternehmen müsse ohne neue Maßnahmen zur Kostensenkung möglicherweise bereits in zwei Wochen zu betriebsbedingten Kündigungen und Kurzarbeit übergehen. Lufthansa, ver.di und die Pilotenvereinigung Cockpit diskutierten seit dem 19. Oktober über einen Ausweg aus der Krise. Unterdessen wolle die Sparte Lufthansa Systems Atraxis, die Informationstechnologietochter der Swissair-Gruppe, übernehmen. Ein Sprecher des Unternehmens sagte gegenüber der "Financial Times Deutschland", die Verhandlungen könnten bis spätestens Anfang nächster Woche abgeschlossen werden. (vr/dpa)
Lufthansa erwägt Kündigungen
Chef des Fluglinie will Personalkosten senken