Lufthansa Cargo rechnet mit Verlust am Ende des Jahres

15.09.2009 17:20 Uhr
Lufthansa Cargo
Vertriebsvorstand Otto rechnet erst für 2011 wieder mit einer Wende im Luftfrachtgeschäft
© Foto: Lufthansa

Vertriebsvorstand Otto: Nachtflugverbot wäre das Ende der Luftfrachtaktivitäten in Frankfurt

Frankfurt/Main. Lufthansa Cargo wird am Ende des Jahres voraussichtlich keine schwarzen Zahlen vorlegen. Das prognostizierte Vertriebsvorstand Andreas Otto anlässlich eines Hintergrundgesprächs in Frankfurt an diesem Montag. „Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist es unmöglich eine Frachtfluggesellschaft profitabel zu führen“, sagte Otto gegenüber der Presse. Er persönlich rechne erst für 2011 mit einer Wende. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres hatte die LH Cargo wie die meisten Wettbewerber einen Verlust von 134 Millionen Euro eingeflogen. Seit Januar setzt das Unternehmen ein Ergebnissicherungsprogramm um, das im wesentlichen auf Kostenreduzierung bei Material und Personal sowie Kapazitätsabbau setzt. Von den insgesamt 19 MD-11-Frachtflugzeugen der LH Cargo sind derzeit drei Maschinen geparkt, eine vierte soll Anfang Oktober folgen. Durch Ausdünnung des Flugplanes sind zusätzlich die Kapazitäten von zwei weiteren Maschinen dem Markt entzogen. Insgesamt habe man damit rund ein Drittel der Kapazität abgebaut. Weltweit waren von den Airlines Stand August 15 Prozent der Frachterflotte aus dem Markt genommen. „Das ist angesichts von 20-prozentigen Umsatzeinbußen immer noch zu wenig“, kritisierte Otto. Positiv sei zu vermerken, dass man von Januar bis August die Auslastung von 53 auf 67 Prozent steigern konnte. Dies ging allerdings einher mit einem drastischen Verfall der Frachtraten. Otto bestätigt erneut den Bedarf von 23 Nachtflügen am Flughafen Frankfurt für die Lufthansa Gruppe. „Ein komplettes Nachtflugverbot würde die Frachtaktivitäten der Lufthansa existenziell betreffen“, betonte Otto. Einen Ausweichflughafen für das Frachtgeschäft sehe er in Deutschland wegen der engen Verzahnung von Passage und Luftfracht am Frankfurter Drehkreuz nicht. „Aus heutiger Sicht glauben wir, dass ein Nachtflugverbot das Ende unserer Luftfrachtaktivitäten am Standort Frankfurt wäre“ (diwi)

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